Die schweren Folgen der Blutdoktrin für Gebärende – Bericht einer Betroffenen

Die Blutdoktrin der Zeugen Jehovas hat verheerende Folgen, ganz besonders für gebärende Frauen. Dieser Bericht einer Betroffenen macht deutlich, welches Leid die Lehren dieser Religionsgemeinschaft verursachen können und welche Narben das zurücklässt.

„Heute beginnt der Oktober. Für mich ist dieser Monat seit 26 Jahren ein persönlicher Trigger, und manche Wunden heilen scheinbar nie. Schlimmer noch, seit dem 18.09.2026 kommen diverse Gefühle hinzu, an erster Stelle stehen Wut und das Gefühl von Verrat.  Wenn ich heute sehe, dass die Zeugen Jehovas ihre Haltung zur Blutfrage verändert haben, macht mich das unendlich traurig, wütend und tief enttäuscht.

Das „Blutverbot“ der Zeugen Jehovas hat zwischen 1961 und heute nach konservativen Schätzungen mehr als 40 000 Menschenleben gefordert. Eine Änderung der Blutdoktrin vom 18. September 2026 hebt das Verbot von Bluttransfusionen zum großen Teil auf. Was umfasst diese Änderung und was heißt das für die künftige medizinische Versorgung von Zeugen Jehovas? Was sind die Hintergründe dieser Änderung und was bedeutet sie für die Aufklärung? Die folgenden Beiträge setzen sich mit diesen Fragen auseinander.

Am 10.10.2000 wäre ich bei der Geburt meines Sohnes beinahe verblutet. Damals haben wir uns bewußt entschieden, in der Berliner Charité zu entbinden, denn dies war eines der Krankenhäuser, die mit den Zeugen Jehovas zusammenarbeiten. Heißt im Klartext – im Notfall würde man meinen Glauben respektieren, mir kein Blut verabreichen.

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„Ich habe euch vertraut!“

Die radikale Änderung der Blutdoktrin vom 18. September 2026 ist nur eine von vielen Lehränderungen, die die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas seit ihrem Bestehen verabschiedet hat. Die letzten haben überwiegend Erleichterung bei den Mitgliedern ausgelöst. Aber was ist mit den weiter zurückliegenden? Wie haben sie das Leben von gläubigen Zeugen Jehovas beeinflusst? Birgit Kluge, im Vorstand von JZ Help e.V., berichtet über ihre Eindrücke und Erlebnisse.  

Birgit Kluge – im Vorstand von JZ Help e.V. – zur Änderung der Blutdoktrin


Das „Blutverbot“ der Zeugen Jehovas hat zwischen 1961 und heute nach konservativen Schätzungen mehr als 40 000 Menschenleben gefordert. Eine Änderung der Blutdoktrin vom 18. September 2026 hebt das Verbot von Bluttransfusionen zum großen Teil auf. Was umfasst diese Änderung und was heißt das für die künftige medizinische Versorgung von Zeugen Jehovas? Was sind die Hintergründe dieser Änderung und was bedeutet sie für die Aufklärung? Die folgenden Beiträge setzen sich mit diesen Fragen auseinander.

Radikale Änderung der Blutdoktrin vom 18. September 2026


Das „Blutverbot“ der Zeugen Jehovas hat zwischen 1961 und heute nach konservativen Schätzungen mehr als 40 000 Menschenleben gefordert. Eine Änderung der Blutdoktrin vom 18. September 2026 hebt das Verbot von Bluttransfusionen zum großen Teil auf. Was umfasst diese Änderung und was heißt das für die künftige medizinische Versorgung von Zeugen Jehovas? Was sind die Hintergründe dieser Änderung und was bedeutet sie für die Aufklärung? Die folgenden Beiträge setzen sich mit diesen Fragen auseinander.

Im Lagebericht der Leitenden Körperschaft Nr. 6 vom 18. September verkündet Geoffrey Jackson, Mitglied der Leitenden Körperschaft, eine historische Kehrtwende in der jahrzehntelangen Blutdoktrin der Glaubensgemeinschaft. Neu gilt die Akzeptanz der vier Bluthauptbestandteile als eine Gewissensfrage. Das bedeutet, auch wenn Jackson das im Lagebericht bezeichnenderweise nicht explizit sagt, dass Bluttransfusionen für Zeugen Jehovas ab sofort möglich sind. Weiterhin verboten bleiben Vollbluttransfusionen. Sie machen einen kleinen Prozentsatz aller Bluttransfusionen aus, sind aber besonders in der Notfallmedizin von Bedeutung.

Diese Ankündigung folgt auf eine kürzlich bekannt gegebene Lehränderung im März 2026, im Lagebericht Nr. 2, bei der bereits die Nutzung, Lagerung und Rückführung des eigenen Blutes (autologe Bluttransfusion) zur Gewissensfrage erklärt worden ist.

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Zeugen Jehovas – alarmierende Ergebnisse in Zürcher Studie

Medienmitteilung vom 25. Juni 2024

Medienmitteilung vom 25. Juni 2024

Als Kinder erleben sie viel Gewalt, nach dem Verlassen der Gruppe verlieren sie oft alle nahen Menschen, heute sind sie bei schlechter Gesundheit. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich zu 424 ehemaligen Zeugen Jehovas im deutschsprachigen Raum, die letzten November publiziert wurde.

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Viel Gewalt in der Kindheit

Ehemalige Zeugen Jehovas erlebten in der Kindheit dreimal häufiger körperliche Gewalt, dreimal häufiger sexuelle Gewalt, sechsmal häufiger emotionale Gewalt und sechsmal häufiger emotionale Vernachlässigung als die Allgemeinbevölkerung.

Verordneter Kontaktabbruch nach Ausstieg

Nach Verlassen der Gruppe sind 77 % der ehemaligen Zeugen Jehovas von verordnetem Kontaktabbruch betroffen. Das bedeutet, dass Mitglieder, auch engste Familienangehörige wie Eltern und Kinder, den Kontakt zu den Ausgestiegenen abbrechen müssen. Jede dritte befragte Person hatte nach Verlassen der Gruppe Suizidgedanken, jede zehnte unternahm einen Suizidversuch.

Isolation und Stress während Mitgliedschaft

Während der Mitgliedschaft hatten 75 % der Befragten kaum oder keinen Kontakt zu Außenstehenden. Sie verbrachten durchschnittlich 15.8 Stunden pro Woche mit religiösen Aufgaben, 70 % der Befragten hatten nicht genügend Zeit für Arbeit, Familie oder Freizeit.

Schlechte Gesundheit auch Jahre später

Die befragten ehemaligen Zeugen Jehovas sind durchschnittlich 13 Jahre nach Verlassen der Gemeinschaft 40 % häufiger von chronischen Krankheiten und ein Drittel häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen als die Allgemeinbevölkerung. Sie weisen eine geringere Lebensqualität und ein höheres Stresslevel auf.

Studienergebnisse decken sich mit Erfahrungsberichten

Die alarmierenden Ergebnisse der Studie decken sich mit den Berichten von Ausgestiegenen. Diese zeigen, dass verordneter Kontaktabbruch Beziehungen und Familien zerstört und Menschen krank macht. Die Studie macht außerdem deutlich, welch extremer Gewalt Kinder und Jugendliche bei den Zeugen Jehovas ausgesetzt sind. Die Studienergebnisse sind ein Appell an Gesellschaft und Politik, gegen verordneten Kontaktabbruch vorzugehen und Kinder in vereinnahmenden Gemeinschaften besser zu schützen.

Ausführliche Medienmitteilung

Auskunft: presse@jz.help

Pressestimmen

Studie der Uni Zürich: «Alarmierend»: Ehemalige Zeugen Jehovas packen aus
20minuten, 26.06.2024

Eine Studie der UniversitätZürich liefert alarmierenden Ergebnisse zu den Zeugen Jehovas. Diese Ergebnisse decken sich auch mit 80 Berichten von Ausgestiegenen bei «JZ Help».
schaffhausen24, 27.06.2024

Studie der Uni Zürich – Sexuelle Übergriffe und körperliche Misshandlungen in den Familien der Zeugen Jehovas
Freiburger Nachrichten, 30.06.2024

Emotionale und körperliche Gewalt in der Kindheit, Isolation und Stress während der Mitgliedschaft: Die Uni Zürich hat 424 ehemalige Zeugen Jehova befragt und teils schockierende Antworten erhalten.
Kleine Zeitung, 25.06.2024

Als Kinder erleben sie Gewalt, nach dem Verlassen der Gruppe verlieren sie oft alle nahen Menschen, heute sind sie bei schlechter Gesundheit. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich zu 424 ehemaligen Zeugen Jehovas im deutschsprachigen Raum vom letzten November.
Radio Lichtenstein, 25.06.2024

Sexuelle Übergriffe und körperliche Misshandlungen in den Familien der Zeugen Jehovas
Thurgauer Zeitung, 29.06.2024

Sexuelle Übergriffe und körperliche Misshandlungen in den Familien der Zeugen Jehovas
watson, 29.06.2024

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