Blutverbot bei Zeugen Jehovas – Filmabend mit Diskussion in der LMU/TU München

Am Donnerstag den 03.07.2025 fand um 18:45 Uhr im Walther Straub 
Hörsaal der Medizinischen Klinik die Aufführung des Films „The Children Act“ (2017) statt, indem es um das Drama der Bluttransfusionsverweigerung eines jungen Zeugen Jehovas geht.

Organisiert wurde die Veranstaltung mit ca. 200 Besuchern von Studenten und Studentinnen des M23-Kinos und der Kritischen Medizin Münchens.

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Udo Obermayer, Vorstand des Vereins JZ Help e.V., präsentiert einleitend einen kurzen Überblick über Zeugen Jehovas im allgemeinen, weshalb sie Bluttransfusionen o.ä. ablehnen und welche Problematik sich damit für die Betroffenen durch den Druck der Religionsgemeinschaft auf ihre Mitglieder ergibt.

Im Anschluss an den Film fand eine Podiumsdiskussion mit Fragen aus dem Plenum zu den zentralen Themen des Spannungsfelds zwischen Gesetz und persönlichem Gewissen, die Bedeutung des Kindeswohls, sowie zwischen religiöser Überzeugung und medizinischer Notwendigkeit statt.

Da für Zeugen Jehovas bei Annahme einer Bluttransfusion Sanktionen bis zum „Ausschluss“ aus der Gemeinschaft und damit auch Ächtung und Kontaktabbruch innerhalb der Familie drohen, wurde auch über die Notwendigkeit einer psychologischen Betreuung für die Patienten in einem solchen Fall diskutiert.

Weitere Informationen

Bluttransfusionsverbot im Allgemeinen

Blutverbot macht Kinder zu Märtyrern

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Tschechien erwägt Streichung der Religionszulassung von Zeugen Jehovas

Mehrere tausend Beschwerden wegen Kontaktabbruch und medizinischer Versorgung Minderjähriger

Übersetzung des Artikels von BRNO Daily vom Januar 2025

Das tschechische Kulturministerium erwägt die mögliche Aufhebung der Religionszulassung der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas und hat der Organisation einen Aufruf geschickt, ihre illegalen Aktivitäten einzustellen, sagte Ministeriumssprecherin Jana Zechmeisterova heute gegenüber CTK.

Das Ministerium habe Tausende Beschwerden von Zeugen Jehovas zu dem Vorschlag erhalten, die zunächst bearbeitet werden müssten. Verwaltungsverfahren seien noch nicht eingeleitet worden, sagte Zechmeisterova.

Sie sagte, das Ministerium habe begonnen, die eingegangenen Vorschläge zur Aufhebung der Registrierung der Religionsgesellschaft der Zeugen Jehovas (NSSJ) zu prüfen. Dabei gehe es vor allem darum, die sozialen Bindungen der Mitglieder und ihrer Familien zu schädigen und Minderjährigen die medizinische Versorgung zu verwehren, die ihren gesundheitlichen Bedürfnissen angemessen sei, berichten novinky.cz und iROZHLAS.cz .

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Das von Martin Baxa (ODS) geführte Kulturministerium wirft dem NSSJ fünf Vergehen vor, die innerhalb von drei Monaten hätten behoben werden sollen. Beide Beteiligten bestätigten gegenüber iROZHLAS.cz, dass die Vergehen nicht behoben worden seien.

„Das Ministerium prüft den Fall, aber derzeit läuft kein Verwaltungsverfahren“, sagte Zechmeisterova gegenüber CTK. „Das Ministerium wird über die Einleitung eines Verwaltungsverfahrens entscheiden, nachdem es den Inhalt mehrerer tausend Beschwerden von NSSJ-Mitgliedern geprüft hat, die wir in den letzten Wochen erhalten haben.“ 

Die Beschwerden gegen Zeugen Jehovas beziehen sich auf die angebliche Schädigung sozialer Bindungen und familiärer Bindungen. Wenn Mitglieder die Religionsgemeinschaft verlassen, müssen andere Zeugen Jehovas ihre sozialen Kontakte zu ihnen stark einschränken und oft ganz abbrechen. Das Ministerium erklärte außerdem, es respektiere das Recht auf Religionsfreiheit und schätze den Beitrag seiner Glaubensbrüder zur Gesellschaft.

„Es gibt keinen rechtlichen oder lehrmäßigen Grund für die Aufhebung der Registrierung der Zeugen Jehovas“, zitierte iROZHLAS.cz David Kula, Leiter der PR-Abteilung der NSSJ. „Ein solcher Schritt wäre diskriminierend, illegal und würde für Tausende friedlicher Bürger der Tschechischen Republik einen massiven Eingriff in ihr religiöses Leben bedeute.


Weitere Informationen zu Rechtsentscheidungen gegen Jehovas Zeugen

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Jehovas Zeugen müssen Gerichtskosten an JZ Help zahlen

In jahrelangen Rechtsstreitigkeiten zwischen Jehovas Zeugen KdöR und dem Opferhilfeverein JZ Help e.V. bzw. seinen Mitgliedern unterliegen Jehovas Zeugen und müssen deshalb Verfahrenskosten erstatten. Wir bedanken uns bei allen Spendern, die es uns ermöglicht haben, uns erfolgreich gegen die Klagen zu wehren.

Aktueller Stand

Bisher mussten Jehovas Zeugen KdöR dem Verein bzw. seinen Mitgliedern Kosten erstattet in Höhe von mehr als

33.540,95 €

Nachfolgend die detaillierte Aufstellung der Gerichts- und weiterer rechtlicher Verfahrenskosten

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Kindesmissbrauch – Klage gegen Vereinsmitglieder

Jehovas Zeugen KdöR klagten gegen Vereinsmitglieder von JZ Help e.V. in 2 Instanzen vor dem Landgericht Hamburg und dem Hanseatischen Oberlandesgericht wegen der Inhalte des Berichts der Aufarbeitungskommission vom 4.12.2020 zum Werkstattgespräch und zu angeblichen Äußerungen dieser Vereinsmitglieder in Verbindung mit Kindesmissbrauch bei Zeugen Jehovas. Die Klage wurde abgewiesen und Jehovas Zeugen haben die Vefahrenskosten zu tragen. Bisher hat die Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen in Deutschland KdöR über

16.000 €

an unseren Anwalt überwiesen. Sobald der Kostenfestsetzungsbeschluss vorliegt, werden wir ihn hier umgehend veröffentlichen und den genauen Betrag nachtragen.

Markenrechtsstreit vor Gericht

Den Rechtsstreit führten Jehovas Zeugen vor 3 Instanzen, dem Landgericht Frankfurt, dem Oberlandesgericht Frankfurt und dem Bundesgerichtshof. Die Verfahrenskosten mussten von Jehovas Zeugen bezahlt werden in Höhe von

15.490,24 €

Markenrechtsstreit beim Deutschen Patent und Markenamt

In einem jahrelangen Verfahren beim DPMA versucht Jehovas Zeugen KdöR die Nichtigkeit der vom Verein eingetragenen Marke JZ zu erreichen.

Das DPMA hat nunmehr in einem durchaus seltenen Vorgang entschieden, dass der Widerspruch der Zeugen Jehovas unbegründet ist und sie deshalb Anwaltskosten erstatten müssen (27.03.2025). Jehovas Zeugen haben den Betrag inzwischen bezahlt.

2.050,71

Weitere Anwaltskostenerstattungen sind vom Verein beim DPMA beantragt.

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Italien: Kindesmissbrauch aufgedeckt im TV mit Daniela

In der Folge von Zona Bianca vom 9. März spricht Daniela über die sexuelle Belästigung durch einen Familienangehörigen, ebenfalls Zeuge Jehovas. Sie thematisiert auch die Tatsache, dass Sie kein Gehör fand und dass es keine Konsequenzen für den Täter gab. Als der Moderator zwei ebenfalls zugeschaltete Zeugen Jehovas fragt, was sie darüber denken, antworten sie, dass sie das für eine seltsame, traurige und ziemlich kuriose Familiengeschichte halten. „Ziemlich verwirrt“ sei der Kommentar der beiden Zeugen, erwiderte der Moderator der Sendung, Giuseppe Brindisi.

Vierzig Jahre nach dem Vorfall erlebt das Opfer damit zum dritten Mal den gleichen Schmerz und die gleiche Ablehnung ihrer Gefühle. Das erste Mal als kleines Mädchen, als sie den Vorfall als Geheimnis bewahrt. Das zweite Mal, als sie im Alter von 19 Jahren den Ältesten gegenüber den Missbrauch erwähnt und von ihnen nicht ernst genommen wird. Das sei doch sicherlich nicht so schlimm gewesen. Und das dritte Mal nun, als die “Brüder“ in der Sendung den Missbrauch nicht verurteilen und kein Mitgefühl für das Opfer haben. Stattdessen geben sie Daniela und deren angeblich “seltsamen” Familie die Schuld.

Die beiden Zeugen Jehovas bestätigten die Art und Weise, wie die Organisation der Zeugen Jehovas mit dem Thema Missbrauch umgeht: Das Opfer wird verurteilt, der Täter findet Zuflucht.

Hier geht es zum Interview

Italien – Praktiken der Zeugen Jehovas in Italien immer mehr in Frage gestellt

„Jehova ein grausames Idol, ein Zuschauer des menschlichen Elends. Trauer und Tod werden gepredigt und führen zu keiner anderen Lösung, als sich selbst zu verleugnen, persönliche Beziehungen zu verleugnen und innerlich zu sterben.“ Mit diesen Worten beschreibt der Theologe Maurizio Granchi den Kult der Zeugen Jehovas und bezeichnet ihn als keine Religion. 

Seit drei Wochen widmet die Sendung Zona Bianca des Programms Rete 4 den Zeugen Jehovas Raum und sorgt für viele Diskussionen. In Italien gibt es 250.000 Mitglieder der Zeugen Jehovas, das entspricht einem von 235 Einwohnern. Um sich in diese Gruppe Einblick zu verschaffen, geben einige Journalisten vor, interessiert zu sein, indem sie fragen, was sie tun müssen, um einer von ihnen zu werden. Beim Durchblättern des Buches, das Zeugen Jehovas nutzen, um andere in der Gemeinschaft aufzunehmen, zeigen die Journalisten sehr ausführliche Kapitel zu den zu befolgenden Geboten, etwa zur Wahl der Freunde, zum Verhalten als Paar, zur Kleidung oder zum Verzicht auf Bluttransfusionen.

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Experten und Journalisten, die sich mit dem Fall befassen, sehen in der Gruppe der Zeugen Jehovas einen Borderline-Glauben und eine gefährliche Sekte, die in der Lage ist, Anhänger zu manipulieren. Leider werden Kinder nicht ausreichend geschützt, sie werden von der Geburt an wie kleine Soldaten gesehen und darauf trainiert, nach den Regeln zu leben. Sie sollen auf Bluttransfusionen verzichten, keinen Kontakt mit den „Welt“-Menschen haben, dürfen nicht wählen, keine Geburtstage und andere religiöse Festtage feiern. Um sie zu indoktrinieren, werden zu jeder Belehrung berührende und manipulative Filme und Zeichentrickfilme verwendet. Die Journalistin Francesca Barra hat sich alle Zeichentrickfilme auf der offiziellen Webseite angeschaut und als traurig und abartig bezeichnet. Sie sagte, dass Kindern die Möglichkeit genommen wird, Fehler zu machen, zu träumen, zu lernen, kritisch und autonom zu sein. Sie haben keinen Zugang zu Menschen, die anders sind, um sich mit Ihnen zu vergleichen und Selbstbestimmung zu lernen. „Da sie nicht in der Lage sind, das Gute vom Bösen zu unterscheiden und mit Verzicht, Entbehrungen und Isolation aufwachsen, ist die Manipulation ihnen gegenüber sehr schwerwiegend“, sagt Sabrina Scampini, die die Zeugen Jehovas schon als Kind näher kennengelernt hat. „Um in einem Leben voller Regeln ein Gleichgewicht zu finden, sind sie im Erwachsenenalter oft gezwungen, sich pharmakologischen Behandlungen zu unterziehen.“ Journalistin Scampini fragt hart: „Wer verteidigt diese Kinder? Wer beschützt diese Kinder und sorgt dafür, dass diese Kinder frei aufwachsen?“ Im Hinblick auf die Zwei-Zeugen-Regel fordern die beiden Journalistinnen, dass die Justiz diese Organisation sorgfältig überwacht.

Der Präsident von GRIS und Aussteiger David Murgia, wie Ex-Ältester Rocco Politi vom Verein Quo vadis, berichten von Tausenden Aussteigern, die sich hilfesuchend an ihre Vereine wenden. Man kann diese Organisation verlassen, aber das ist aufgrund der praktizierten Ausgrenzung und Ächtung sehr schwierig. Rocco Politi entschuldigte sich während der Sendung für das Leid das er durch die Komitees zugefügt hat, und dafür, Familien und Kinder nicht geschützt zu haben, als er als Ältester praktiziert hat. In seiner ehrenamtlichen Arbeit als Aktivist erlebt er oft böse E-Mails, sogar Morddrohungen, ergänzt er. 

Ehemalige Zeugen Jehovas wie Chezia Cataldo und Stefano Fidelio beschreiben die Schwierigkeiten zu zweifeln, Kritik zu üben oder jemandem von den negativ erlebten Dingen innerhalb der Gemeinschaft zu erzählen. Die herzzerreißendste Konsequenz für die Aussteiger und ihre Familien ist die Ausgrenzung. „Ich weine auf der einen Seite, aber meine Familienangehörigen weinen auf der anderen Seite, das sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagt eine ehemalige Zeugin Jehovas traurig.

Nachrichten von Zeugen Jehovas erreichten die Sendung Zona Bianca, sie hätten sehr schlecht gesprochen, es seien alles Lügen und alle Aussteiger seien bereit, zu verleumden und Schmutz zu werfen. Die Wahrheit ist, dass das Redaktionsteam auch die Zeugen Jehovas kontaktierte und eingeladen hat, aber sie erhielten nur eine klares „Nein“ und eine offizielle Kommunikation: „Wir müssen Ihre Einladung, an dem Programm teilzunehmen, ablehnen“, mit einer Aufforderung zur Korrektur im Gegensatz zu dem, was in der Sendung die Aussteiger berichtet haben:

  • Aussteiger würden nicht alleine gelassen oder geächtet.
  • Die Zeugen Jehovas wären eine anerkannte Religion und keine Sekte.
  • Frauen würden geachtet und respektiert.
  • Missbrauch würde als abartige schwere Sünde gesehen und den Behörden gemeldet. 
  • Sie arbeiteten mit Ärzten zusammen, um sichere und wirksame Alternativen zu Bluttransfusionen zu finden.

Im Jahr 2020 wurde ein Gesetzentwurf gegen das Verbrechen der emotionalen sozialen Isolation im Plenum eingebracht und wartet darauf, diskutiert zu werden.Die Redaktion von Zona Bianca hat versprochen, dass sie sich in den nächsten Wochen weiter um dieses Thema kümmern wird.

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Re: Inside Zeugen Jehovas

Arte-Doku vom 30. Januar 2025

Neben zwei Zeugen-Jehovas-Paaren kommen auch Ausgestiegene zu Wort. Zum Thema Ächtung äußert sich die junge Frau: „Weil das, was in der Bibel steht, Vorrang für uns hat. Und da ist ganz klar definiert: Wenn eine Person aus der Gemeinschaft entfernt werden muss, dass wir keinen Kontakt mehr mit ihr haben.“

Nürnberg – Standaktion von JZ Help vom Samstag 27. Juli zum Wachtturm-Opfer-Gedenktag 2024

Medienmitteilung vom 23. Juli 2024

Gegen Missachtung von Grund- und Menschenrechten bei den Zeugen Jehovas

Die Zeugen Jehovas missachten fundamentale Grund- und Menschenrechte, die Folgen sind für Betroffene verheerend. 

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Zürich zeigt: Ehemalige Zeugen Jehovas erlebten in der Kindheit dreimal häufiger körperliche und sexuelle Gewalt als die Allgemeinbevölkerung und sechsmal häufiger emotionale Vernachlässigung bzw. emotionale Gewalt. Nach Verlassen der Gruppe sind 77 % der ehemaligen Zeugen Jehovas von verordnetem Kontaktabbruch betroffen. Jede dritte ausgestiegene Person hat nach Verlassen der Gruppe Suizidgedanken, 10 % der Ausgestiegenen unternehmen einen Suizidversuch. Ehemalige Zeugen Jehovas sind 40 % häufiger von chronischen Krankheiten und ein Drittel häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen. 

Der Opferhilfeverein JZ Help e.V. macht anlässlich des jährlich stattfindenden internationalen Wachtturm-Opfer-Gedenktags mit einer Standaktion am 27. Juli in Nürnberg auf die Missstände innerhalb der Zeugen Jehovas aufmerksam.

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Anwesende Vereinsmitglieder geben gerne gegenüber Medienschaffenden Auskunft.

Menschenrechtsverletzungen

Die Zeugen Jehovas missachten fundamentale Menschenrechte ihrer Mitglieder, diese Feststellung ist laut dem rechtskräftigen Urteil des Landgerichts Hamburg zulässig (s. Kommentar des IFW zu Urteil). Das Bezirksgericht Zürich urteilte, dass Ächtung als verordnetes Mobbing bezeichnet werden kann, welches die persönliche Integrität sowie implizit die Glaubens- und Gewissensfreiheit der Betroffenen verletze.
Norwegen entzog den Zeugen Jehovas die staatlichen Beiträge sowie die Registrierung als Religionsgemeinschaft, weil die Jehovas Zeugen das Recht ihrer Mitglieder auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf Religionsfreiheit, sowie den Menschenrechtsschutz von Kindern nach der Konvention über die Rechte des Kindes verletzen. Die Verstöße werden offenbar vorsätzlich begangen, gemäß Behördenentscheid.

Verordneter Kontaktabbruch – Ächtung

Zu getauften Zeugen Jehovas, welche die Organisation verlassen, dürfen die Mitglieder keinen Kontakt mehr pflegen, sie müssen geächtet werden (siehe dieses Video). Dass auch Kinder von Ächtung betroffen sind, geht sowohl aus dem norwegischen als auch dem Zürcher Gerichtsurteil hervor. Betroffene in diesem Video berichten vom Kontaktabbruch als Minderjährige zu ihren Eltern.

Bluttransfusionsverbot

Ebenso wie beim Thema Ächtung haben die Gläubigen hier keine freie Wahl. Akzeptieren sie nämlich eine Bluttransfusion, gelten sie als „freiwillig“ ausgetreten und werden geächtet. Von den Eltern wird strikt gefordert, die eigenen Kinder vor einer „Bluttransfusion zu schützen“ – siehe auch diesen Betroffenenbericht.

Sexuelle Gewalt gegen Kinder

Vorgaben der Wachturm-Organisation schützen die TäterInnen auf Kosten der Opfer und begünstigen eine Kultur der Gewalt – siehe dazu die Medienmitteilung von JZ Help e.V. vom 24. Juli 2023.
Die Untersuchung der Royal Commission, die 2015 Missbrauchsfälle bei Zeugen Jehovas in Australien untersuchte, ergab, dass zwischen 1950 und 2014 1006 Mitglieder der Zeugen Jehovas beschuldigt wurden, mutmaßlich 1800 Kinder sexuell missbraucht zu haben. Kein einziger der 1006 mutmaßlichen Täter wurde jedoch durch die Organisation angezeigt.
Die unabhängige deutsche Aufarbeitungskommission führt die Zeugen Jehovas als Schwerpunktthema und bittet Betroffene, sich zu melden.

Verängstigung von Kindern

Bereits früh sind Kinder durch die religiöse Praxis und dem Medienmaterial der Gruppierung mit Gewalt und verstörenden, nicht altersgerechten Inhalten konfrontiert – die Folgen reichen bis ins Erwachsenenalter, wie eine Betroffene hier berichtet.
Ein Video mit einer  Zusammenstellung von gewaltvollen Szenen aus den Wachtturm-Medien für Kinder ist so verstörend, dass es mit einem Warnhinweis versehen werden muss.
Ein schwedisches Gerichtsurteil stufte Material der Zeugen Jehovas, das bei Kongressen gezeigt wurde, als jugendgefährdend ein.
Auch freie Entfaltung der Persönlichkeit der Kinder bzw. Jugendlichen ist nicht möglich, wie dieser Bericht zeigt.

Diskriminierung von Frauen

Frauen müssen sich hierarchisch unterordnen. Die leitenden Posten innerhalb der Gemeinschaft sind Männern vorbehalten.
Nach Auffassung des Landgerichts Hamburg darf „zulässig davon gesprochen werden, dass eine Frau im Umfeld der Organisation (der Klägerin) lediglich Zubehör (eines Mannes) ist.“ – siehe dazu diesen Kommentar.
Gewalt in der Ehe ist kein Scheidungsgrund – auch hier werden bei Verstoß Sanktionen verhängt, wie dieser Bericht und auch dieser hier zeigen.

Diskriminierung queerer Menschen

Gläubige sind nicht frei, ihre sexuelle Orientierung oder ihre geschlechtliche Identität zu leben. Für Betroffene hat das oft schwere Langzeitfolgen, wie aus dieser Reportage hervorgeht. Die eindeutige Homo- und Transphobie und Diskriminierung dieser Menschen, wird in dieser Materialsammlung von JZ Help e.V. deutlich.

Verbot politischer und gesellschaftlicher Teilhabe

Erfahrungsberichte zeigen im Gegensatz zu öffentlichen Aussagen der Zeugen Jehovas, dass die Teilnahme an politischen Wahlen sanktioniert wird. Auch anderes gesellschaftliches Engagement oder Aktivismus wird sanktioniert, wie dieser Bericht zeigt.

Internes “Rechtssystem” der Zeugen Jehovas

Zeugen Jehovas betreiben sogenannte Komitees (früher „Rechtskomitee“ genannt), eine Art Gerichtsverhandlung, wenn ein Mitglied gegen die Regeln verstößt. Dabei werden einzelne „sündige“ Mitglieder von 3 Ältesten (die Leiter oder „Hirten“ der Ortsversammlung) explizit zu ihrer Sünde befragt – auch zu sehr intimen Details.  Im Anschluss wird darüber entschieden, ob Sanktionen verhängt oder Betroffene aus der Gemeinschaft entfernt werden, wodurch eine enorme Drucksituation entsteht.

Der ehemalige Zeuge Jehovas und Autor Konja Simon Rohde beschreibt solch ein Komitee in diesem Video (ca. ab min 4:00) sehr genau. Viele Betroffene erleben dies als eine traumatische Erfahrung, wie im Schweizer Beobachter und auch hier nachzulesen ist.

Stigmatisierung höherer Bildung

Viele Ehemalige beklagen, dass sie keine höhere Bildung genießen durften (beispielsweise hier). Diese gilt für Zeugen Jehovas nämlich als unerwünscht. So haben Zeugen Jehovas im Vergleich mit anderen religiösen Gruppen in den USA laut Pew-Research ein besonders tiefes Bildungsniveau und EinkommenDaten aus der Schweiz (S. 64-68) weisen in die gleiche Richtung.

Unsere Forderungen an Gesellschaft und Staat

  • Sexuelle Gewalt gegen Kinder muss als Verbrechen anzeigepflichtig werden.
  • Kein Schweigerecht bei sexualisierter Gewalt in Religionsgemeinschaften.
  • Kinderrechte müssen ins Grundgesetz aufgenommen werden.
  • Der Staat ist für den Schutz von Kindern in sektenhaften/religiösen Gruppen verantwortlich.
  • Durchsetzung von Grund- und Menschenrechten auch in sektenhaften Gemeinschaften.
  • Regelmäßige Prüfung der Rechtstreue – bei Verstoß müsste der Status „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ entzogen werden.
  • Das Gesundheitssystem muss angepasst und Fachpersonen müssen geschult werden. Es braucht staatliche Aufklärung und Hilfsangebote.
  • Abschaffung von Art. 91 DSGVO – damit Religionsgemeinschaften unter staatliche Datenschutzbehörden unterstellt werden können.

Unsere Forderungen an die Zeugen Jehovas

  • Achtung von Grund- und Menschenrechten
  • Achtung der Religionsfreiheit
  • Abschaffung der Ächtung und anderen Formen der Nötigung
  • Aufhebung der Zwei-Zeugen-Regel
  • Verzicht auf ein eigenes Rechtssystem
  • Gleichberechtigung von Frauen und queeren Menschen
  • Sofortige Meldung an die Behörden bei Hinweis auf sexualisierte Gewalt
  • Aufarbeitung der Missstände und ein professionelles Konzept von Kinderschutz
  • Entschuldigung und angemessene Entschädigung bei den Opfern

JZ Help e.V.

JZ Help  ist ein Zusammenschluss von religiös und weltanschaulich unabhängigen Menschen aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, über Menschenrechtsverstöße bei den Zeugen Jehovas aufzuklären und bieten eine Anlaufstelle für Betroffene und Fachpersonen im deutschen Sprachraum.

Wachtturm-Opfer-Gedenktag

Der internationale Wachtturm-Opfer-Gedenktag wurde von Aktivistinnen und Aktivisten im Jahr 2014 ins Leben gerufen. An diesem Tag bzw. in der Woche rund um den 26. Juli wird weltweit durch verschiedene Aktionen an die Opfer der Wachtturm-Organisation erinnert.

Aktivisten und Aktivistinnen wählten dieses Datum, um einmal im Jahr den Ausgestiegenen eine Stimme zu geben und all jener zu gedenken, deren Leben durch ihre Vergangenheit als Zeugen Jehovas beeinträchtigt ist.

Der Gedenkanlass ist auch allen Menschen außerhalb und innerhalb der Wachtturm-Organisation gewidmet, die infolge des geforderten Kontaktverbots und der Ächtung ihre nächsten und liebsten Menschen verloren haben. Besonders soll auch all jener Menschen gedacht werden, die wegen der religiösen Doktrin starben: Weil sie so verzweifelt waren, dass sie sich das Leben nahmen oder wegen des sogenannten Blutverbots.

Berichte Betroffener finden Sie hier: Aktion Überlebenswege.

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Gericht in USA verhängt Sanktionen gegen Zeugen Jehovas wegen Vernichtung von Beweismaterial

Dienstabteilung der Zeugen Jehovas in New York vernichtet Beweismaterial im Prozess zu Kindesmissbrauch, da diese ungünstig für den Prozessverlauf gewesen wären. Zeugen Jehovas bereits sechsmal wegen Fehlverhaltens vor Gericht bestraft

Mark O’Donnel 10. Juni 2024 – Richterin Susan Watters hat zwei weitere Runden von Sanktionen gegen die Wachtturm-Organisation und Religionsorganisation der Zeugen Jehovas verhängt, nachdem Anwälte von Missbrauchsopfern entdeckt hatten, dass die Zeugen Jehovas absichtlich wichtige Beweise und Notizen im Zusammenhang mit mehreren Kinderschändern und ihren Opfern vernichtet hatten.

Auszug aus dem Gerichtsurteil

Es wurde festgestellt, dass die Dienstabteilung der Zeugen Jehovas in New York über viele Jahre hinweg wichtige Daten gesammelt hat, die die Handlungen von Missbrauchstätern beschreiben, dann „Memoranden“ erstellt und anschließend das Material, das die Grundlage für diese Memoranden bildete, gelöscht oder vernichtet hat.

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Die Entscheidung von Richter Watters spiegelt den Beweis wider, dass die Zeugen das Beweismaterial vernichtet haben, nachdem sie in die beiden Prozesse in Montana verwickelt waren, die in diesem Sommer verhandelt werden sollen.

Als Strafe für dieses Fehlverhalten der Zeugen werden die Geschworenen vom Gericht darüber informiert, dass entscheidendes Beweismaterial vernichtet wurde, nachdem die Memoranden erstellt wurden, und dass die Geschworenen daraus schließen können, dass die vernichteten Informationen für Watchtower New York ungünstig gewesen wären.

In einem zweiten Gerichtsbeschluss vom selben Tag verhängte Richter Watters außerdem eine Geldstrafe gegen die Kirche wegen des Fehlverhaltens zweier wichtiger JW-Beamter, Allen Shuster und Gary Breaux, beide langjährige Mitglieder der JW-Dienstabteilung, vor ihrer Aussage. Das Gericht hat angeordnet, dass alle Ausgaben im Zusammenhang mit diesem Fehlverhalten zusammengezählt und dem Gericht zur Überprüfung vorgelegt werden.

Die Zeugen Jehovas wurden im Laufe der im April 2020 eingereichten Zivilklagen wegen Kindesmissbrauchs gegen Caekart und Rowland mindestens sechsmal wegen Fehlverhaltens bestraft oder mit Geldstrafen belegt.


Weitere Informationen zu Vernichtung von Beweismaterial, zu den Prozessen zu Kindesmissbrauch in den USA und zu Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen.

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