Zeugen Jehovas fordern 35 Millionen an staatlichen Subventionen

Ächtung jetzt persönliche Gewissensentscheidung?
„Keine Überwachung und Kontrolle durch die Ältesten!“

Erschienen in der Fædrelandsvennen am Donnerstag, 18. Januar 2024
Übersetzt von JZ Help e.V.

Jan Frode Nilsen
Jan Frode Nilsen aus Risør hat während des laufenden Prozesses vor dem Osloer Bezirksgericht gegen seine ehemalige Religionsgemeinschaft ausgesagt.

Die Zeugen Jehovas haben den norwegischen Staat verklagt, nachdem sie im Jahr 2021 ihre staatlichen Zuschüsse verloren hatten.

In dem Streit geht es darum, ob die Praxis der Zeugen Jehovas, Mitglieder auszuschließen, gegen das Gesetz über Religionsgemeinschaften verstößt. Der Staat bejaht dies, während die Zeugen Jehovas einräumen, dass sie den Ausschluss praktizieren, dass es aber jeder einzelnen Familie überlassen bleibt, ob sie Kontakt zu denjenigen haben will, die die Religionsgemeinschaft verlassen haben. In einer E-Mail an Fædrelandsvennen schreibt Jørgen Pedersen, Sprecher der Zeugen Jehovas in Skandinavien, Folgendes:

„Es ist Sache des einzelnen Gemeindemitglieds, auf der Grundlage seines persönlichen religiösen Gewissens die biblische Aufforderung „hör auf, mit ehemaligen Mitgliedern zu verkehren“ anzuwenden. Die Ältesten der Versammlung überwachen weder das persönliche Leben der Mitglieder der Versammlung, als wären sie „Polizisten“, noch üben sie eine Kontrolle über den Glauben der einzelnen Zeugen Jehovas aus. Dies wurde durch die Zeugenaussagen vor dem Osloer Bezirksgericht am Mittwoch und Donnerstag letzter Woche eindeutig bestätigt.“

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NORWEGEN – „Jehovas Zeugen wollen dies als Fall von religiöser Verfolgung darstellen“

Der Staat Norwegen verweigert der Organisation der Zeugen Jehovas die Registrierung als Religionsgemeinschaft samt finanzieller Unterstützung. Nun klagte die Organisation gegen den Staat. Über den Prozess in Oslo.

Der norwegische Aktivist Jan Frode Nilsen und der Rechtsberater der Zeugen Jehovas, Ben Elder:
Auf entgegengesetzten Seiten stehend – so erlebten sie den Prozess

FAZIT: Am Freitag trennten sich nach dem zweiwöchigen Streit zwischen dem Staat und den Zeugen Jehovas die Wege der Parteien vor dem Osloer Bezirksgericht. Ben Elder und Jan Frode Nilsen haben den Fall von verschiedenen Seiten aus verfolgt.

Ein Artikel von Jor Hjulstad Tvedt, erschienen in der Tageszeitung Vårt Land
Veröffentlicht: am 19. Januar 2024
Übersetzung: JZ Help e.V.

Am Freitag haben die Parteien ihre Schlussplädoyers im Prozess zwischen den Zeugen Jehovas und dem Staat vor dem Osloer Bezirksgericht gehalten. Das Gericht hat sich nun zurückgezogen, und der Fall wurde zur Verhandlung aufgenommen.

Vårt Land hat mit zwei Personen gesprochen, die den Fall in dieser Woche aufmerksam verfolgt haben – und zwar von verschiedenen Seiten. Jan Frode Nilsen ist ein ehemaliges Mitglied der Organisation und war selbst als Zeuge für den Staat geladen.

Ben Elder ist Rechtsberater bei der Europäischen Vereinigung der Zeugen Jehovas zum Schutz der Religionsfreiheit, einer Organisation, die sich gegen die Justiz und die Behörden einsetzt, um die Interessen der Religionsgemeinschaft zu verteidigen.

Jan Frode Nilsen sagt, dass es in den letzten Tagen schwierig war, die Verfahren der Zeugen Jehovas zu verfolgen.

„Es wird so dargestellt, als ob alles, was man erlebt hat, und die Geschichte, die man mit sich herumträgt, nur in seinem eigenen Kopf ist“, sagt er.

Er sagt, er sei vor allem überrascht, wie weit die Zeugen Jehovas gehen, wenn sie leugnen, dass es eine feste Lehre darüber gibt, wie die Ausgeschlossenen zu behandeln sind. Gleichzeitig hat er das Gefühl, dass die Anwälte der Religionsgemeinschaft in dieser Frage schwanken.

„In einem Moment geben sie zu, dass es eine Praxis gibt, im nächsten sagen sie, dass sie keine haben. Meiner Meinung nach sollte es eigentlich keinen Zweifel an der Tatsache geben, und die interessante Frage ist die rechtliche.“

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Kanada – Datenschutz verletzt nicht Religionsfreiheit

Mit der heutigen Entscheidung wies Richter Wilson vom Obersten Gerichtshof von British Columbia eine Petition zurück, in der behauptet wird, das Datenschutzgesetz der Provinz verletze die Religionsfreiheit zweier Gemeinden der Zeugen Jehovas (Britisch Columbia Humanist Association 08.01.2024).

Zwei ehemalige Zeugen Jehovas (die Antragsteller) hatten von ihrem Recht gemäß dem Personal Information Protection Act (PIPA) der Provinz Gebrauch gemacht und persönliche Aufzeichnungen ihrer ehemaligen Gemeinden in Grand Forks und Coldstream verlangt. Älteste der Gemeinden erhoben Einspruch und behaupteten, eine solche Offenlegung würde „vertrauliche religiöse Kommunikation“ offenlegen. Der Informations- und Datenschutzbeauftragte von British Columbia entschied im Juni 2022, dass die Gemeinden die Aufzeichnungen ihrem Büro zur Prüfung vorlegen müssen, bevor sie den Antragstellern übergeben werden.

Weitere Informationen zum Datenschutz

Italien – Mordfall bringt dunkle Welt der Zeugen Jehovas ans Licht

Italien/Rimini – Ende November wurde in der italienischen Fernsehsendung, “Chi l’ha visto” (wörtlich “Wer hat’s gesehen?”, vergleichbar mit “Aktenzeichen XY ungelöst” in Deutschland) ein Video der Zeugen Jehovas über den Kontaktabbruch zu Ex-ZJ ausgestrahlt und sogar erwähnt, dass die ZJ-Organisation dieses von ihrer Website wieder gelöscht hat.

Hintergrund dafür ist ein ungelöster brutaler Mordfall Anfang Oktober in Rimini an einer 78-jährigen ZJ, Piera Paganelli, auf dem Heimweg nach einer Versammlung. Unter den Verdächtigen sind Bewohner aus ihrem Stockwerk: Schwiegertochter, Nachbarn, Bruder der Schwiegertochter, Vater der Schwiegertochter.

Die Ermittler deckten Bemerkenswertes auf: Die Schwiegertochter, eine Zeugin Jehovas, hatte ein Verhältnis mit dem Nachbarn. Als die Leiche gefunden wurde, hätte ein Rechtskomitee mit der Schwiegertochter stattfinden sollen. Die Aussage der Ermordeten wäre wichtig für die Entscheidung des Rechtskomitee gewesen. Monate vorher wurden ihrem Ehemann, einem Dienstamtgehilfen, die Vorrechte entzogen wegen Steuerhinterziehung und weil sie in der Ehe Probleme hatten. Kurz danach hatte er einen “Unfall” und lag monatelang im Koma. Er hätte am Tag nach dem Mord entlassen werden sollen.

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Spanien – Jehovas Zeugen verklagen Opferverein und verlieren

14.12.2023 – Spanisches Gericht entscheidet zugunsten des Vereins Asociación Española de víctimas de los testigos de Jehová (AEVTJ), dass Jehovas Zeugen als „zerstörerische Sekte“ und Betroffene als „Opfer“ bezeichnet werden können.

Die Zeugen Jehovas haben einen schweren juristischen Rückschlag erlitten in ihrem Bemühen die ehemaligen Anhänger, die sich in einer Opfervereinigung zusammengeschlossen hatten, zum Schweigen zu bringen und die Auflösung des Vereins zu erzwingen.

Pressestimmen

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Infoveranstaltung zum Datenschutz

Jehovas Zeugen und Datenschutz – welche Rechte besitzt man?

Am Samstag, den 04.11.2023 um 10 Uhr bietet der Verein JZ Help e.V. in Zusammenarbeit mit dem Rechtsanwalt Rainer Horbach (https://www.ra-horbach.de/) eine Infoveranstaltung zum Thema Datenschutz an.
Gemeinsam mit Thomas Brand, Ansprechpartner für Datenschutz bei JZ Help e.V. wird sich diesem wichtigen Grundrecht gewidmet.

Immer wieder tauchen Fragen dazu auf, welche Daten bei den Jehovas Zeugen vorhanden sein mögen, welche Rechte man in diesem Zusammenhang besitzt und wie diese wahrgenommen werden können.

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„Wie ein Blitzschlag war wieder alles da“

Sein eigener Onkel soll sich jahrelang sexuell an ihm vergriffen haben – das Umfeld der Zeugen Jehovas begünstigt das. So sieht es ein Aussteiger aus München. Hier erzählt er seine Geschichte.

Aktueller Artikel aus der Abendzeitung München!
Von Rosemarie Vielreicher, erschienen am 20.10.2023

Jetzt hier lesen!

Veröffentlicht auf JZ Help e.V. am 20.10.2023

Hier finden Sie weitere Hilfsangebote bei sexuellem Kindesmissbrauch.

Kontakt zu unseren Beratenden finden Sie unter hilfe(at)jz.help.

RNZ-Untersuchung enthüllt 11 mutmaßliche Sexualstraftäter, die bei den Zeugen Jehovas aktiv sind

Die Zeugen Jehovas haben eine Reihe von Pädosexuellen in ihren Reihen, von denen die meisten Menschen in der Kirche nichts wissen.

Neu bei „Radio New Zealand“

Online-Artikel in der RNZ – Radio New Zealand vom 14.08.2023
Von Anusha Bradley


Übersetzt von JZ Help

Die Zeugen Jehovas haben eine Reihe von Pädosexuellen in ihren Reihen, von denen die meisten Menschen in der Kirche nichts wissen.
(Anm. JZ Help: Pädosexualität bezeichnet ein strafbares Verhalten, Pädophilie eine sexuelle Ausrichtung. Aus diesem Grund wird von Pädosexuellen und nicht wie im englischen Artikel von Pädophilen gesprochen.)

Eine RNZ-Untersuchung hat ergeben, dass 11 aktive Zeugen Jehovas wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt sind oder schwerwiegende Anschuldigungen gegen sie erhoben wurden. Die meisten Mitglieder der Religionsgemeinschaft scheinen keine Ahnung zu haben, wer die Täter sind.
(Anm. JZ Help: In Neuseeland gibt es ein sog. Child Sex Offender Register. Verurteilte Täter oder Täterinnen können darin für einen definierten Zeitraum auch nach Verbüßen der Strafe aufgeführt werden.)

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„ETWAS BÖSES“

„Die letzten Worte meiner Mutter, als ich zur Tür hinausging, waren:
‚Ich liebe Jehova mehr als dich!'“

Was passiert, wenn Menschen von den Zeugen Jehovas geächtet werden.

Ein Onlineartikel, erschienen bei „Radio New Zeeland“ am 10. August 2023
Von Investigativ-Reporterin Anusha Bradley
Übersetzt von JZ Help


WARNUNG: In dieser Geschichte geht es um schwere psychische Probleme, Depressionen und Suizid.


„Ich hatte den Ruf, eine sehr fleißige, besonnene, kritische Schwester in der Gemeinde zu sein … und dann wurde ich buchstäblich über Nacht zu etwas Bösem, etwas Schmutzigem, etwas, vor dem man Angst haben musste.“
*

Für Rachel Jackson ist binnen zwei Wochen alles vorbei.
Nach 22 Jahren bei den Zeugen Jehovas spürt sie, wie sich ihre gesamte Identität innerhalb von zwei Wochen auflöst, nachdem sie Zweifel an der Religion gestand.

Warum, so hatte sie gefragt, werden nur wir Armageddon überleben? Es gibt so viele andere gute Menschen. Warum nicht auch sie?
Sie begann, die Leitende Körperschaft der Religion, die als Sprachrohr Gottes gilt, in Frage zu stellen.

„Ich wurde von jemandem aus der Versammlung gemeldet“, sagt Rachel. „Ich sagte etwas zu ihr, woraufhin sie sehr wütend auf mich wurde und mich bei den Ältesten der Versammlung anzeigte.“
Zwei Älteste versuchten sie umzustimmen, aber ohne Erfolg. Sie sagten ihr, sie solle austreten oder rausgeschmissen werden – ‚disfellowshipped‘ [ausgeschlossen, Anm. JZ Help]- sagt sie.

Aber Rachel, die vom Katholizismus konvertiert war, weigerte sich. Ein Komitee [Ausschuss] der Ältesten wurde gebildet, um zu entscheiden, was mit ihr geschehen sollte. „Ich traf mich mit drei Ältesten und sie warfen mir Abtrünnigkeit vor, weil ich nicht akzeptierte, dass die leitende Körperschaft die Männer sind, die Jehova nutzt.“ Sie sagt, ihr wurde gesagt, dass ihr Ausschluss in zwei Wochen der Gemeinde mitgeteilt würde.

„Zwei Wochen später lösten sich alle meine Freundschaften der letzten 25 Jahre in Rauch auf.“ Niemandem wurde gesagt, warum Rachel ausgeschlossen wurde, aber alle mieden sie.


In der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas darf mit keinen Personen gesprochen werden, welche die Kirche verlassen oder aus ihr ausgeschlossen werden. Sie werden ausgestoßen, um ihr Leben ohne die wichtige Unterstützung derjenigen fortzusetzen, die weiterhin Zeugen sind.

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„Wir haben einen Schredder gekauft“

Zeugen Jehovas sollen Aufzeichnungen über sexuellen Missbrauch einer Teenagerin vernichtet haben.

Laut Anklage wurde eine Frau im Alter von 15 Jahren von anderen Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft sexuell missbraucht.
Ein Bericht von David Gambacorta vom 9. Juli 2023 im „The Philadelphia Inquirer“.
Übersetzt von JZ Help

Sarah Brooks wurde als Zeugin Jehovas erzogen. Als Teenager in York wurde sie zwei Jahre lang von zwei anderen Mitgliedern der Organisation sexuell missbraucht und dann gemieden, weil sie über ihren Missbrauch gesprochen hatte.

Sie brauchte jemanden, der sie rettet.

Als Sarah Brooks 15 Jahre alt war und 2003 mit ihrer Familie in York lebte, begannen zwei Erwachsene in ihrem Leben sie sexuell zu missbrauchen. Es waren Menschen, von denen sie dachte, sie könne ihnen vertrauen – Glaubensbrüder der Zeugen Jehovas.

Der Missbrauch dauerte mehr als ein Jahr an, bis Sarah zusammenbrach und sich ihren Eltern anvertraute. Diese alarmierten die Ältesten im Königreichssaal, in dem die Familie ihre Gottesdienste abhielt. Die Ältesten sind das Äquivalent zu Pfarrern.
Sarah hatte das getan, was man Kindern beibringt, wenn ihnen jemand wehtut. Und dann wurde ihr Trauma noch schlimmer.

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Hinweis JZ Help
Sollten Sie unter Folgen von Missbrauch leiden, können Sie hier Hilfe suchen!
Beratungsangebote allgemein
Hilfe bei sexuellem Kindesmissbrauch