Norwegen – verlieren Jehovas Zeugen den Status als Religionsgemeinschaft?

Könnten Anerkennung als Religionsgemeinschaft verlieren: Eine symbolträchtige Entscheidung

Aktualisierung vom 22.12.2022:
Die Staatsverwalterin von Oslo und Viken hat beschlossen, Jehovas Zeugen die Registrierung als Religionsgemeinschaft nach dem Religionsgemeinschaftsgesetz zu entziehen.
Hier geht es zur aktuellen Übersicht.

Vårt Land – Kan miste registreringen som trossamfunn: – En symboltung avgjørelse
Übersetzung von JZ Help

ZEUGEN JEHOVAS: Gerade wurde den Zeugen Jehovas wegen ihrer ausgrenzenden Praxis staatliche Subventionen verweigert. Jetzt will die Staatsverwalterin prüfen, ob es Hinweise gibt, die auch bezüglich der Anerkennung als Religionsgemeinschaft von Bedeutung sind.

Jehovas Zeugen betreiben den Königreichssaal.  Foto: Terje Pedersen / NTB
Folgen: Wenn die Landesverwalterin die Registrierung der Zeugen Jehovas als Religionsgemeinschaft verweigert, kann dies mehrere praktische Konsequenzen für die Religionsgemeinschaft haben. 
– Grundsätzlich können wir darüber informieren, dass die Registrierung nach dem Gesetz bestimmte Rechte verleiht, wie z. B. dass die Gemeinschaft das Recht auf Eheschließung, einen eigenen Begräbnisplatz und staatliche Subventionen beantragen kann, sagt Nyhus. (Terje Pedersen/NTB)

Von Caroline Teinum Gilje, Journalistin

15.02.2022 05:29

Einer Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft die Registrierung zu entziehen, sei eine symbolische Entscheidung, sagt Ingrid Rosendorf Joys, Generalsekretärin des Kooperationsrates der Religions- und Weltanschauungsgesellschaften (STL).

Im vergangenen Monat wurde bekannt, dass die Staatsverwalterin* den Zeugen Jehovas staatliche Zuschüsse für 2021 wegen ihrer Ausgrenzungspraxis verweigert. Nun riskiert die Religionsgemeinschaft eine weitere Ohrfeige. Die Staatsverwalterin wird auch prüfen, ob Jehovas Zeugen als Religionsgemeinschaft registriert werden können.

Das Ministerium für Kinder- und Familienangelegenheiten hat zuvor Warnungen von ehemaligen Zeugen Jehovas wegen Ausschluss und Ächtung von Mitgliedern erhalten. Im Frühjahr 2021 verschickte das Ministerium daher eine zweiteilige Anordnung: Die Staatsverwalterin solle prüfen, ob die Angaben in den Warnungen möglicherweise für die Beantragung staatlicher Zuschüsse von Zeugen Jehovas relevant seien. Außerdem baten sie um eine Einschätzung, ob die Angaben für die Registrierung der Religionsgemeinschaft wichtig sind.

Auf dieser Grundlage entschied sich die Staatsverwalterin für die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens, in dem sie die eigenen Aussagen und Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas zum Thema Ausschluss überprüfte. „Bei dieser Überprüfung hat der Staatsverwalterin mehrere Verstöße gegen das Religionsgemeinschaftsgesetz aufgedeckt“, schrieb die Staatsverwalterin, als im Januar bekannt wurde, dass Jehovas Zeugen staatliche Zuschüsse verweigert werden.


Registrierung – Der Verlust der Registrierung auf diese Weise kann den Ausschlussgrad erhöhen. Wohin das konkret langfristig führen wird, wissen wir nicht, sagt Ingrid Rosendorf Joys, Generalsekretärin des Kooperationsrates der Religions- und Weltanschauungsgesellschaften. (Erlend Berge)

Ob Jehovas Zeugen die Voraussetzungen für die Eintragung von Religionsgemeinschaften erfüllen, ist nach Angaben der Staatsverwalterin noch nicht abschließend geklärt.

–  Der Fall werde noch bearbeitet, sagt Hege Skaanes Nyhus, Abteilungsleiterin bei der Staatsverwaltung in Oslo und Viken.


Zeugen Jehovas

  • Jehovas Zeugen sind eine Religionsgemeinschaft. Sie glauben, dass die Bibel von Gott (Jehova) geschrieben wurde, mit der Hilfe von Schreibern unter Gottes Anleitung. Daher wird die Bibel als das unfehlbare und vertrauenswürdige Wort Gottes und der einzig notwendige Leitfaden in allen Belangen des Lebens verstanden.
  • Jehovas Zeugen wurden in den 1870er Jahren in den Vereinigten Staaten gegründet, zunächst als Bibelstudiengruppe. Schließlich entwickelten sie sich unter der Führung von Charles Taze Russell (1852-1916) zu einer Religionsgemeinschaft.
  • Laut eigenen Statistiken waren Jehovas Zeugen bis 2020 in 240 Ländern aktiv und hatten 8 424 185 Mitglieder (aktive Verkündiger) in 120 387 Versammlungen. Dazu kommen Kinder und andere, die keine aktiven Prediger sind.
    Quelle: Store norske leksikon und jw.org

Können Vorteile verlieren

Die Ablehnung, Zeugen Jehovas als Religionsgemeinschaft zu registrieren, kann praktische Folgen für die Glaubensgemeinschaft haben.

– Grundsätzlich kann man sagen, dass die Registrierung nach dem Gesetz bestimmte Rechte verleiht. So kann die Gemeinschaft z. B. das Recht auf Eheschließung, einen eigenen Begräbnisplatz und staatliche Subventionen beantragen, sagt Nyhus.

Zudem könne eine Registrierungsverweigerung eine große Symbolwirkung haben, so die Generalsekretärin von STL.

– Der Verlust der Registrierung auf diese Weise kann den Grad der Ausgrenzung erhöhen. Wozu das konkret langfristig führen wird, wissen wir nicht, sagt Ingrid Rosendorf Joys.

Anders sieht es in Fällen aus, in denen Religionsgemeinschaften aus praktischen Gründen die Registrierung verweigert wird, dabei verweist sie auf folgendes Beispiel:

Um registriert werden zu können, muss eine religiöse oder weltanschauliche Gemeinschaft mindestens 50 Mitglieder haben. Unterschreitet eine Religionsgemeinschaft diese Grenze, verliert sie die Registrierung. Dabei geht es um die Form. Aber bei den Zeugen Jehovas gehe es um den Inhalt der religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaft, sagt sie.

Joys weist darauf hin, dass Religionsgemeinschaften ihre Tätigkeit auch ohne Registrierung fortsetzen können, aber dadurch eine Reihe von Vorteilen verlieren, etwa die Möglichkeit, Stipendien auszulösen, sowie das Recht zu heiraten.

– Ist es schon einmal vorgekommen, dass einer religiösen oder weltanschaulichen Gemeinschaft auf dieser Grundlage die Registrierung entzogen wurde?

– Ich glaube nicht, dass es irgendeiner Konfession passiert ist, höchstens während des Zweiten Weltkriegs. Davor müssen wir wohl bis ins Jahr 1814 zurückgehen und in die Zeit des Dissensgesetzes. Da gab es einige Konfessionen, die außerhalb der guten Gesellschaft standen.

Berufung mitgeteilt 

Nach Angaben der Staatsverwalterin müssen entsprechend der Anordnung des unabhängigen Ministeriums vom vergangenen Frühjahr die Registrierungsbedingungen der Zeugen Jehovas überprüft werden. Nach dem neuen Religionsgemeinschaftsgesetz, das am 1. Januar vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, müssen alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften innerhalb von zwei Jahren erneut einen Antrag auf Registrierung stellen.

Im Januar wurden Jehovas Zeugen u. a. auf der Grundlage von § 6 KKG Zuwendungen verweigert, was die Landesverwalterin wie folgt begründete:

„Die Glaubensgemeinschaft lässt auch den Ausschluss von getauften Minderjährigen zu. Das bedeutet, dass Kinder ausgeschlossen werden können, wenn sie gegen die Regeln der Religionsgemeinschaft verstoßen. Wir glauben, dass dies eine negative soziale Kontrolle ist und die Rechte von Kindern verletzt. Ungetaufte Kinder, die gegen die Regeln der Religionsgemeinschaft verstoßen, können sozialer Isolation ausgesetzt sein. Dies wird auch als negative soziale Kontrolle und Verletzung der Kinderrechte wahrgenommen. Eine solche Behandlung von Kindern verstößt gegen § 6 KKG.“

§ 4 des Religionsgemeinschaftsgesetzes besagt, dass Religionsgemeinschaften „die Registrierung verweigert oder die Registrierung zurückgenommen werden kann, wenn eine oder mehrere der Voraussetzungen für die Verweigerung der Erteilung in § 6 vorliegen“.

Jehovas Zeugen haben angekündigt, in dem Fall beim Ministerium für Kinder- und Familienangelegenheiten vorzusprechen, und sie geben unter anderem an, dass „ihr Glaube und ihre religiösen Praktiken die Rechte und Freiheiten anderer uneingeschränkt respektieren“.

*Aufgabe einer/s Statsforvalters ist es, die Beschlüsse der Regierung und des Nationalparlaments Storting in den Fylkern (Verwaltungsregionen) durchzusetzen. Die Staatsverwalterin von Oslo und Viken ist die Politikerin Valgerd Svarstad Haugland.


Zum Artikel „Keine staatlichen Mittel mehr für Jehovas Zeugen in Norwegen“ geht es hier.

Auch Schweden will den Zeugen Jehovas staatliche Subventionen verweigern aufgrund der strengen Regeln, die im Gegensatz zu den Grundwerten der Gesellschaft stehen.

Informationen zur rechtlichen Stellung von Jehovas Zeugen in Deutschland und Österreich finden Sie hier.

Internationale Rechtsentscheidungen gegen Zeugen Jehovas aufgrund von Verstößen gegen Landesgesetze und Grund- und Menschenrechte finden Sie hier.

Eine Übersicht zu Rechtssachen rund um Zeugen Jehovas finden Sie hier.

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Mitglied der Zeugen Jehovas verliert gegen JZ Help vor Gericht

Ein Zeuge Jehovas verbreitet auf YouTube hanebüchene Anschuldigungen gegen den OpferhilfeVerein JZ Help und ist dabei letztendlich nur der lange Arm eines destruktiven Kults.

Hintergrund des Verfahrens war ein Zeuge Jehovas, der seit 2020 auf seinem YouTube-Kanal haltlose Verleumdungen und Behauptungen zum Verein JZ Help und etlicher seiner Mitglieder verbreitete, darunter ein Sammelsurium an kriminellen Zuschreibungen, die dazu geeignet waren, die Reputation des Vereins massiv zu beschädigen. Der Verein initiierte daher bereits 2020 die rechtliche Auseinandersetzung mit besagter Person und obsiegte gerichtlich nicht unerwartet in diesem eindeutigen Fall.

Weitere Informationen finden Sie hier:
hpd, 11.02.2022, Mitglied der Zeugen Jehovas verliert vor Gericht

Keine staatlichen Mittel mehr für Jehovas Zeugen in Norwegen

Jehovas Zeugen wird die staatliche Förderung für 2021 verweigert

UPDATE: Nachdem Norwegen inzwischen die staatliche Unterstützung eingestellt hat, wird auch der Entzug des Status als Religionsgemeinschaft geprüft. Dazu liegt inzwischen ein aktualisierter Artikel vor.

Die Staatsverwalterin* in Oslo und Viken verweigert der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas staatliche Zuwendungen für 2021 aufgrund der Ausgrenzungspraxis.

Veröffentlicht am 27.01.2022
Quelle: Statsforvalteren i Oslo og Viken – Website der Staatsverwalterin in Oslo und Viken
Übersetzt von JZ Help mit Hilfe von Übersetzungsmaschinen

Nachdem das Ministerium für Kinder- und Familienangelegenheiten von früheren Mitgliedern Warnungen bezüglich des Ausschlusses und Austritts von Mitgliedern erhalten hatte, hat es die Staatsverwalterin in Oslo und Viken gebeten, die eigenen Aussagen und Veröffentlichungen von Jehovas Zeugen zu überprüfen. Die Staatsverwalterin hat bei dieser Überprüfung mehrere Verstöße gegen das KKG aufgedeckt.

Recht auf Austritt

Die Ausschlusspraxis bedeutet, dass Mitgliedern der Kontakt zu Ausgeschlossenen verweigert wird. Dies gilt auch für Mitglieder, die freiwillig aus der Glaubensgemeinschaft ausgetreten sind. In der Praxis bedeutet dies, dass diejenigen, die austreten, keinen Kontakt mehr zu Familie und Freunden in der Gemeinde haben können. Dies behindert unseres Erachtens das Recht auf freien Widerruf und verstößt gegen § 2 des Gesetzes über Religionsgemeinschaften.

Ausschluss von Kindern

Die Glaubensgemeinschaft lässt auch den Ausschluss von getauften Minderjährigen zu. Das bedeutet, dass Kinder ausgeschlossen werden können, wenn sie gegen die Regeln der Religionsgemeinschaft verstoßen. Wir glauben, dass dies eine negative soziale Kontrolle ist und die Rechte von Kindern verletzt. Getaufte Kinder, die gegen die Regeln der Religionsgemeinschaft verstoßen, können sozialer Isolation ausgesetzt sein. Dies wird auch als negative soziale Kontrolle und Verletzung der Kinderrechte wahrgenommen. Eine solche Behandlung von Kindern verstößt gegen § 6 des Gesetzes über Religionsgemeinschaften.

Ermessen der Staatsverwalterin – die Aufsichtsbehörden können Zuwendungen ablehnen

Jehovas Zeugen haben bei mehreren Gelegenheiten die Praxis der Ausgrenzung verteidigt. Die Glaubensgemeinschaft hat detaillierte Regeln, wie Mitglieder Ausgrenzung und soziale Isolation gegenüber Ausgeschlossenen praktizieren sollen. Die Regeln werden den Mitgliedern unter anderem über Bücher und Studienartikel mitgeteilt. Wir haben die Verstöße als systematisch und vorsätzlich angesehen und uns daher entschieden, Subventionen abzulehnen. Dies steht im Einklang mit dem Gesetz über Religionsgemeinschaften § 11 dritter Absatz.


*) Aufgabe einer Staatsverwalterin oder eines Staatverwalters (Statsforvalters) ist es, die Beschlüsse der Regierung und des Nationalparlaments durchzusetzen.



Ausschluss Zeugen Jehovas – Kürzungen der staatlichen Beihilfen: Das Ganze ist einfach nur traurig

Zeugen Jehovas: Am Donnerstag wurde deutlich, dass Zeugen Jehovas wegen ihrer Ausgrenzungspraxis keine staatliche Unterstützung erhalten. Dieser ganze Fall betrifft mich persönlich, sagt ein Ex-Mitglied.

Am 27. Januar 2022 bei vl.no veröffentlicht

Von Kristin Askjer Lien und Hans Christian Paulsen
Übersetzt von JZ Help unter Zuhilfenahme der englischen Übersetzung bei a-jw.org.

SINT: Jan Frode Nilsen var en gang et engasjert medlem av Jehovas vitner. I alder av 17 år lot han seg døpe.

Traurig: Ex-Mitglied Jan Frode Nilsen findet die Situation um den Ausschluss von Mitgliedern traurig. (Xueqi Pang)

Die Entscheidung, der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas die staatlichen Zuschüsse für das Jahr 2021 zu verweigern, hat mit der Ausgrenzungspraxis der Gemeinschaft zu tun, heißt es auf der Website der Staatsverwalterin.

Einfach traurig

Er ist sichtlich gerührt, als Vårt Land ihn anruft. Vor zwei Jahren äußerte sich Jan Frode Nilsen in der Zeitung Vårt Land und sagte, er glaube, dass die Zeugen Jehovas in Bezug auf die Ausgrenzungspraxis lügen würden.

Die Führung der Zeugen Jehovas lügt offen und tritt Tausende von ehemaligen Zeugen, die tatsächlich ihre Familien verloren haben, mit Füßen. „Sie behaupten, dass die Familienbande weiter bestehen, aber sie wissen, dass das eine Lüge ist. Dann spüre ich in meinem ganzen Körper, dass ich nicht so tun kann, als wäre nichts“, sagte Nilsen damals.

Bis dahin war Nilsen anonym geblieben und hatte „im Verborgenen als Ex-Zeuge agiert, um einen gewissen Kontakt zur Familie zu halten“. Aber als die Zeugen Jehovas in ihrem ersten Schreiben an den Generalstaatsanwalt erklärten, dass die familiären Beziehungen nach einem Ausschluss normal weitergeführt werden, wurde es ihm zu viel. Ich habe mich mit meinem vollen Namen und meinem Foto gemeldet, und danach habe ich den Kontakt zu meiner Familie völlig verloren. Daher betrifft mich dieser ganze Fall persönlich.

Anrufe aus dem In- und Ausland

Er sagt, dass Freunde und Bekannte aus dem In- und Ausland ihm Nachrichten schicken und ihn fragen, wie er die Entscheidung feiern werde, und annehmen, dass er sehr glücklich sei. Aber so fühlt er sich nicht.

„Aber die ganze Sache ist wirklich einfach nur traurig. Warum ist es traurig? Es geht um verlorene Beziehungen in der Familie. Es gibt Kinder, die ihre Eltern nicht sehen dürfen. Eltern, die ihre Kinder nicht sehen dürfen. Ich und viele andere haben den Kontakt zu unseren engsten Familienmitgliedern verloren. Daran ändert diese Entscheidung nichts.“

Glaubt nicht, dass sich viel ändert

Er sagt, dass die Zeitschrift der Religionsgemeinschaft, der Wachtturm, einen Umsatz von etwa 110 Millionen NOK hat und dass 80 Millionen NOK als „Geschenkkosten“ aus Norwegen herausgeschickt werden. – „Es gibt niemanden bei den Zeugen Jehovas in Norwegen, der auch nur einen Pfennig an staatlicher Unterstützung gesehen hat. Der einzige Unterschied ist das große schwarze Loch, das in die Vereinigten Staaten verschwindet. 17 Millionen Euro sind ‚Peanuts‘ für sie.“

Eine schreckliche Sache

„Ich finde es schade, dass es so gekommen ist. Aber gleichzeitig verstehe ich gut, dass sie es verdient haben“, sagt Rolf Furuli, er ist auch ein ausgeschlossenes Mitglied. Seit fast 60 Jahren ist Furuli eine zentrale Figur bei den Zeugen Jehovas im In- und Ausland. Er und seine Frau spenden jedes Jahr Geld für die Zeugen Jehovas, und Furuli fühlt sich der Glaubensgemeinschaft immer noch zugehörig, obwohl er ausgeschlossen ist.

„Es ist schrecklich, wenn man über Nacht sein gesamtes Netzwerk verliert. Diejenigen, die ausgeschlossen sind, werden als nicht existent betrachtet. Man grüßt sie nicht, will sie nicht bei sich zu Hause empfangen, nicht einmal innerhalb der eigenen Familie. Das gilt auch für die Kinder. Die einzigen, die noch zur Familie gehören, sind die, die im selben Haushalt leben.“

Was sind die Folgen für die Zeugen Jehovas in Norwegen?

„Es hat wahrscheinlich keine unmittelbaren Folgen, außer dass man den Gürtel enger schnallen muss. Heute schickt die Gesellschaft Beiträge an das Zweigbüro in Dänemark. Der Zweck ist der Bau von Versammlungsräumen in anderen Ländern, insbesondere in Afrika. Wenn man 16-17 Millionen verliert, wird es zwangsläufig weniger Projekte geben“,, sagt die Generalsekretärin des Kooperationsrates der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, Ingrid Rosendorf-Joys.

Grundlegende Menschenrechte

Darüber hinaus stellt die Staatsverwalterin fest, dass die Ausschlusspraxis dazu führt, dass Mitgliedern der Kontakt zu Ausgeschlossenen verwehrt wird. „Dies gilt auch für Mitglieder, die die Glaubensgemeinschaft freiwillig verlassen haben. In der Praxis bedeutet dies, dass diejenigen, die ausgetreten sind, keinen Kontakt zu Familie und Freunden in der Gemeinschaft haben können.“


Einspruch abgelehnt – Zeugen Jehovas verlieren in Norwegen endgültig staatliche Zuschüsse

Der Einspruch der Zeugen Jehovas gegen die Entscheidung der Staatsverwalterin wurde im Oktober 2022 abgelehnt. Die Zeugen Jehovas verlieren damit endgültig die staatlichen Zuschüsse für das Jahr 2021. S. dazu den norwegischen Artikel in Vårt Land vom 11. Oktober 2022. Der Vårt Land-Artikel vom 3. November, hier in englischer Übersetzung, führt zudem aus, dass die Zeugen Jehovas auch die Registrierung als Religionsgemeinschaft verlieren könnten.

Anthony Morris III, Mitglied der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas, und Jorgen Pedersen, Vertreter des skandinavischen Zweigs, erörtern in der Sendung vom 2. Dezember 2022 die Streichung religiöser Zuschüsse für die Zeugen Jehovas in Norwegen und bezeichnen diesen Schritt als „verfassungswidrig“ und als „Angriff“ auf die Religionsfreiheit. S. dazu diesen Artikel in Englisch bei avoidjw.org. Oder diese deutsche Übersetzung des Vårt Land-Artikels vom 5. Dezember 2022


Mehr Informationen zu Ächtung und Kontaktabbruch finden Sie hier.

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Norwegen – politische Forderung die staatliche Unterstützung für Jehovas Zeugen einzustellen

Aktualisierung vom 22.12.2022:
Die Staatsverwalterin von Oslo und Viken hat beschlossen, Jehovas Zeugen die Registrierung als Religionsgemeinschaft nach dem Religionsgemeinschaftsgesetz zu entziehen.
Hier geht es zur aktuellen Übersicht.


Arbeiterpartei findet, von staatlicher Seite brauche es ein „klares Nein“

Ap mente staten burde si «kraftig nei» til Jehovas vitner – nå er saken i det blå

Artikel in der norwegischen Online-Zeitung (Nettavisen) Nyheter vom 29. Oktober 2021
Von Sigurd Øfsti, übersetzt von JZ Help

NEIN ODER JA?: In der Opposition machten Anette Trettebergstuen und die Arbeitspartei deutlich, dass die Zeugen Jehovas keine staatliche Unterstützung mehr erhalten sollten. Jetzt kann die Regierung nicht beantworten, was mit der staatlichen Unterstützung für die Religionsgemeinschaft geschieht. Foto: Vidar Ruud/Scanpix

Nettavisen hat kürzlich die Artikelserie „Sex und Scham“ veröffentlicht. In der Serie sprachen wir mit Aussteiger/innen von christlichen Konfessionen, darunter Zeugen Jehovas und Smiths Freunde.

Die Aussteiger/innen, mit denen wir gesprochen haben, erzählten, wie sie erlebten, dass Sexualität mit Scham verbunden war und dass Sex und die Erforschung normaler Wünsche mit Sünde und Drohung vor der Hölle verbunden waren.

Absolute Voraussetzung

Trettebergstuen war vor zwei Jahren Parlamentsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Familien- und Kulturausschusses im norwegischen Parlament. Sie machte deutlich, dass sie unter anderem den Lehren der Zeugen Jehovas sehr kritisch gegenüberstand.

In dieser Religionsgemeinschaft und in vielen anderen wachsen Kinder und Jugendliche auf und lernen, dass sie nicht so sein können, wie sie sind. Dass sie ihre Orientierung unterdrücken müssen und ihre Menschenrechte nicht gewahrt werden können, weil sie Frauen sind, sagte Trettebergstuen gegenüber dem Medium NRK.

Sie hat hinzugefügt:
– Ich finde, der Staat sollte dazu klar „nein“ sagen, und wir müssen strengere Bedingungen für staatliche Unterstützung stellen.

Sie betonte auch, dass diejenigen, die unterdrückt gelebt und so den Ausbruch aus einer Religionsgemeinschaft gewagt haben, „es verdienen, dass wir an ihrer Seite sind“.

Sie führte weiter aus:
– Jeder soll an das glauben, was er will, aber wenn der Staat Religionsgemeinschaften finanziert, muss der Staat auch sagen, dass die Gleichstellung der Geschlechter unbedingte Voraussetzung für die Förderung ist.

Die Zeugen Jehovas wurden die Aussagen von Trettebergstuen vorgelegt, sie haben sich aber noch nicht dazu geäußert.

Empörend

Heute ist Trettebergstuen Ministerin für Kultur und Gleichstellung. Die Online-Zeitung hat das Kultusministerium kontaktiert, um ein Interview mit Trettebergstuen zum Thema zu führen. Wir haben ihr auch die Artikelserie „Sex und Scham“ geschickt. Unter anderem möchten wir fragen, ob die Arbeiterpartei nun die Unterstützung für die Zeugen Jehovas zurückzieht.

Das Ministerium hat darauf mit einigen kurzen Zitaten von Trettebergstuen reagiert. Hier sagen sie:
– Es ist empörend, von jungen Menschen zu lesen, die aufgrund von Normen und Regeln in konservativen Religionsgemeinschaften erkrankt sind und Suizidgedanken haben. Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht und sollte eine persönliche und freie Entscheidung sein.

Sie stellt weiter fest:
– Das neue Religions- und Glaubensgesetz, das 2019 verabschiedet wurde, ermöglicht die Verweigerung oder Kürzung von Zuschüssen, wenn diese Gemeinschaften oder in ihrem Namen handelnde Personen Gewalt oder Nötigung begehen, Drohungen aussprechen, Kinderrechte verletzen, gegen gesetzliche Diskriminierungsverbote verstoßen oder auf andere Weise die Rechte und Freiheiten anderer ernsthaft verletzen. Dies muss in jedem Einzelfall speziell geprüft werden, aber die Regierung wird selbstverständlich dafür sorgen, dass die Gesetze eingehalten werden.

Sie fügt hinzu:
– Wichtig ist auch, dass es ein Angebot für Menschen gibt, die schwierige religiöse Aussteigsprozesse durchlaufen.

Außerdem wird auf die Ministerin für Kinder- und Familienangelegenheiten Kjersti Toppe verwiesen, die für den Bereich Glaube und Weltanschauung zuständig ist.

Die Online-Zeitung hat erneut um ein richtiges Interview mit Trettebergstuen gebeten und folgende Anschlussfragen gestellt:

In der Opposition haben Sie klar gesagt, dass die Zeugen Jehovas keine staatliche Unterstützung mehr erhalten sollten. Jetzt sind Sie in der Regierung. Wollen Sie jetzt die Initiative ergreifen, damit die Unterstützung gestrichen wird? Oder hat die Arbeitspartei eine Kehrtwende vollzogen?

Der Bitte um ein Interview wurde nicht entsprochen, aber Trettebergstuen beantwortet über die Kommunikationsabteilung die Frage per E-Mail:
– Das neue Religions- und Weltanschauungsgesetz ermöglicht die Verweigerung oder Kürzung von Zuschüssen an Religionsgemeinschaften, die die Rechte und Freiheiten von Menschen verletzen. Ich finde es gut, dass diese Bestimmungen in das Gesetz aufgenommen wurden. Sie geben der Aufsichtsbehörde die Möglichkeit, Sanktionen zu verhängen und stärkt die Aufsicht über die Religionsgemeinschaften. Meine Ansicht hat sich nicht geändert. Die Verantwortung für das Gesetz über Religion und Weltanschauungsfragen in der Regierung liegt beim Ministerium für Kinder- und Familienangelegenheiten, und die Durchsetzung des Gesetzes liegt in dessen Verantwortung.

Die zuständige Ministerin will sich nicht äußern

Die Online-Zeitung hat beim Ministerium für Kinder- und Familienangelegenheiten für ein Interview mit Ministerin Kjersti Toppe (SP) angefragt. Wir haben die Artikelserie „Sex und Scham“ übersandt und die früheren Erklärungen der Arbeiterpartei präsentiert, wonach die Unterstützung für religiöse Gemeinschaften wie Jehovas Zeugen entzogen werden soll.

In der E-Mail an das Ministerium baten wir um ein Interview und fragten:
– Ist das Teil der neuen Regierungslinie? Was sagt die Ministerin dazu? Wird die Regierung die Unterstützung dieser Denominationen aufheben oder ändern?

Eine Antwort erhielten wir von Kommunikationsverantwortlichen Sunniva Christophersen Haugen, die schreibt:
– Die Ministerin will sich nicht zur Angelegenheit äußern.

Das Dokument Hurdalsplattformen, das die Regierung auf ihrer Website veröffentlicht hat, sagt nichts direkt über Zeugen Jehovas oder Smiths Freunde aus. Unter dem Titel „Eine weltanschaulich offene Gesellschaft mit Respekt für alle“ wird die Förderung von Religionsgemeinschaften mit folgenden Worten beschrieben:

«Sowohl die Finanzierung, Kontrolle als auch die Einsicht in Religionsgemeinschaften sind wichtige öffentliche Aufgaben, und von den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften müssen Demokratie, Offenheit und Repräsentation ohne Eingriff in die Religionsfreiheit gefordert werden.»

Darüber hinaus wird unter anderem erwähnt, dass die Regierung zuständig ist:
«Für eine nachhaltige Finanzierung der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften bei gleichzeitiger Überprüfung der Förderkriterien. Zusammenarbeit mit religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften, um die Integration zu stärken, die Gleichstellung der Geschlechter zu verbessern und die Kenntnisse des norwegischen Rechts im Bereich der Weltanschauungen zu erweitern .»

Die Online-Zeitung hat das Ministerium gefragt, wie viel staatliche Unterstützung die Zeugen Jehovas und Smiths Freunde erhalten. Für 2021 verweisen sie auf die Übersicht der Regierung über die Zahl der Mitglieder in Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Es wird angegeben, dass die Förderung pro Mitglied 1.310 NOK (131 €) beträgt.

Bei 12.686 Mitgliedern bei Jehovas Zeugen beträgt die Staatshilfe im Jahr 2021 16.618.660 Kronen (1.684.622 €). Smiths Freunde haben 8.868 Mitglieder und erhalten nach derselben Berechnung im Jahr 2021 11.617.080 Kronen an Staatshilfe.

Überhaupt nicht in Ordnung

Hjelpekilden (dt.: Quelle der Hilfe) ist eine Freiwilligenorganisation, die Menschen mit einem Hintergrund aus einem geschlossenen oder streng religiösen Umfeld unterstützt.

Laut Geschäftsführerin Hilde Langvann gehen jährlich rund 500 Anfragen ein.

In einigen christlichen Gemeinschaften, wie beispielsweise bei den Zeugen Jehovas, kann ein Ausstieg zur Ächtung führen. Es kann auch andere Gründe geben, warum Betroffene ein neues Netzwerk benötigen.

– Hier haben sie die Möglichkeit, mit anderen zu sprechen, die das Gleiche durchgemacht haben. Es ist oft sehr nützlich, mit anderen mit ähnlichen Hintergründen zu sprechen, sagt Langvann.

Sie sagt, dass viele Mitglieder von Hjelpekilden mit einem Hintergrund bei den Zeugen Jehovas der staatlichen Unterstützung der Glaubensgemeinschaft sehr kritisch gegenüberstehen.
– Sie reagieren darauf, dass der norwegische Staat eine Religionsgemeinschaft finanzieren muss, durch welche sie sich verletzt und kontrolliert fühlten, und es schmerzt, dass die Gemeinschaft staatliche Unterstützung erhält, während sie selbst erlebt haben, dass sie keine Hilfe von der öffentlichen Hand erhielten. Es verstärkt das Gefühl, nicht gesehen und gehört zu werden, sagt sie.

Auch Langvann hält es für paradox, dass Hjelpekilden keine staatliche Unterstützung erhält, während Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas dies tun.
– Das ist überhaupt nicht in Ordnung, aber ich glaube immer noch nicht, dass Jehovas Zeugen die staatliche Unterstützung verlieren sollen, sagt sie.

Langvann hält die Unterstützung für wichtig, da sie eine Gelegenheit zum Dialog und Einblick ins Umfeld der Gemeinschaft bietet.
– Wenn sie die staatliche Unterstützung verlieren, befürchte ich, dass die Religionsgemeinschaften noch strenger werden und die Kinderrechte noch mehr in Frage gestellt werden, sagt sie.

Langvann betont auch, dass ihrer Meinung nach mehr staatliche Forderungen gestellt werden sollten. Unter anderem sollten die Religionsgemeinschaften in ihrem Jahresbericht an die Behörden darlegen, was sie getan haben, um die Rechte der Kinder zu gewährleisten und mehr Gleichberechtigung zu schaffen
– Diese Anforderungen sind heute viel zu vage, betont Langvann.

Zeugen Jehovas wurden die Aussagen von Trettebergstuen und Langvann vorgelegt, sie haben sie aber noch nicht kommentiert.

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Internationale Rechtsentscheidungen gegen Zeugen Jehovas aufgrund von Verstößen gegen Landesgesetze und Grund- und Menschenrechte finden Sie hier.

Weitere Informationen über Missstände bei Zeugen Jehovas finden Sie hier.

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Aufforderung an alle Zeugen Jehovas – gehen Sie wählen

Zur anstehenden Bundestagswahl und den weiteren Landtagswahlen möchten wir alle Zeugen Jehovas auffordern: Nehmen Sie Ihr Grundrecht wahr und gehen Sie wählen! 

Warten Sie nicht länger auf Harmagedon – Gottes Krieg zur Vernichtung aller Nicht-Zeugen – und ein Leben im Paradies auf der Erde. 

Gestalten Sie Ihre Zukunft jetzt. Nehmen Sie Einfluß auf die Weichenstellungen in Deutschland für die nächsten Jahre und Jahrzehnte!

Möchten Sie anonym bleiben – dann nehmen Sie an der Briefwahl teil.

Stehen Sie sowieso kurz vor dem Austritt, dann gehen Sie in die Wahlkabine und sprechen Sie darüber. Tun Sie dies aber nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie die Folgen der sozialen Ächtung und des Kontaktverbots – auch in der Familie – tragen können.

Da durch die Prägung bei den Zeugen Jehovas auch viele Aussteiger und Aussteigerinnen unpolitisch sind, möchten wir auch sie auffordern, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Falls Sie wegen politischer Teilhabe (z.B. Wählen oder Teilnahme an Kundgebung) Sanktionen durch die Wachtturm-Organisation erlebt haben, dann berichten Sie uns bitte davon: info(at)jz.help

Weitere Erläuterungen zur Stigmatisierung politischer und gesellschaftlicher Partizipation finden Sie hier.

Australien – Jehovas Zeugen beteiligen sich nunmehr doch am Entschädigungsfond für Missbrauchsopfer

Aktualisiert: 20. September 2021

New Daily berichtet am 10.09.2021: Jehovas Zeugen haben sich, nach der Androhung von finanziellen Sanktionen, nunmehr doch dem australischen Entschädigungsfond (National Redress Scheme) für sexuellen Kindesmissbrauch angeschlossen.
Liste der teilnehmenden Organisationen

Aktualisiert: 29. Oktober 2020

Rechenschaftsbericht des australischen Premiers Scott Morris anlässlich des zweiten Jahrestages der Entschuldigung gegenüber Opfern von sexuellem Kindesmissbrauch in Organisationen

Scott Morris sprach anlässlich des Zweiten Jahrestages der Nationalen Entschuldigung gegenüber den Opfern von Kindesmissbrauch in Organisationen vor dem Parlament. Er entschuldigte sich noch einmal bei den Betroffenen und legte Rechenschaft ab, was die Regierung seit der Veröffentlichung des Schlussberichtes der Royal Commission 2017 an Maßnahmen bereits umgesetzt hat bzw. noch plant. Zentral ist ein Entschädigungsprogramm, an dem sich unterdessen 158 Organisationen beteiligen und für welches die Regierung weitere Millionen bereitstellt. Morris nennt namentlich vier Organisationen, die sich weigern, daran teilzunehmen – darunter die Zeugen Jehovas.

Am 22. Oktober 2020 hielt der australische Premierminister Scott Morris eine Rede: Anlässlich des zweiten Jahrestages der Nationalen Entschuldigung an die Überlebenden und Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch in staatlichen und nicht staatlichen Organisationen. Hier ist das englische Transkript der Rede, unten findet sich die deutsche Übersetzung. Morris erinnerte an die schweren Verbrechen gegen Kinder, welche die Royal Commission into Institutional Responses to Child Sexual Abuse, die über 4000 Betroffene anhörte, aufzeigte. 

2018 entschuldigte sich Scott Morris als Staatoberhaupt im Namen des australischen Volkes bei den Betroffenen und verabschiedete einen Maßnahmenplan. Dazu gehört ein Entschädigungsprogramm, an dem sich unterdessen 158 Organisationen beteiligen. Jene Organisationen, welche von der Royal Commission untersucht wurden, hatten die Auflage, am Entschädigungsprogramm teilzunehmen, so auch die Zeugen Jehovas.

Öffentliche Rüge der Zeugen Jehovas – s. auch Artikel in Perth Now mit deutscher Übersetzung

In der Rede vom 22. Oktober 2020 zeigt Morris auf, wo die verschiedenen Maßnahmen stehen. Dabei nennt er jene vier Organisationen, welche sich auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht am Entschädigungsprogramm beteiligen – u.a. die Zeugen Jehovas. Siehe dazu diesen Ausschnitt aus der Rede. Die Regierung, so Morris, beschließe gerade mögliche Sanktionen, so auch die Aberkennung des Status als gemeinnützige Organisation.

Ein Argument der Jehovas Zeugen Australien ist, dass der Missbrauch nichts mit der Gemeinschaft zu tun habe. Im Abschlussbericht der Royal Commission, im Band 16 auf S. 352 heißt es jedoch, dass alle befragten 70 Personen angaben, Missbrauch während religiöser Aktivitäten oder im Königreichsaal (places of worship) erlebt zu haben.

Die Royal Commission

Die Australian Royal Commission into Institutional Responses to Child Sexual Abuse war eine 2013 eingesetzte staatliche Untersuchungskommission, welche den Umgang von staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen mit sexuellem Kindesmissbrauch untersuchte. Ab 2013 hörte sie Betroffene von Missbrauch an und befragte Verantwortliche, wobei sie über weitreichende Befugnisse verfügte. 

So war es das erste Mal, dass die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas gezwungen war, ihre internen Daten zu mutmaßlichen Sexualstraftaten offenzulegen, 70 Betroffene wurden angehört (Band 16 des Schlussberichtes S. 51). Ein Mitglied der Leitenden Körperschaft, Geoffrey Jackson wurde ebenso befragt wie verschiedene Älteste und Führungspersonen, etwa Terrence O’Brien, einer der Leiter der Zeugen Jehovas Australien – sowohl zu den allgemeinen Abläufen als auch zum konkreten Vorgehen bei Missbrauchsfällen.

Zur Untersuchung der Zeugen Jehovas gibt es die Case Study Nr. 29, worin die Royal Commission in zwei Fallbeispielen nicht nur die Betroffenen anhört, sondern auch damals zuständige Älteste sowie weitere Verantwortliche befragt und anhand dieser konkreten Fälle den Umgang der Organisation der Zeugen Jehovas mit sexuellem Kindesmissbrauch nachzeichnet. Zur Case Study 29 gibt es einen Bericht, in dem Empfehlungen formuliert werden. In einer zweiten Case Study Nr. 54 fokussierte die Royal Commission speziell auf Strukturen und Abläufe.  

Die Royal Commission schloss ihre Untersuchungen 2017 mit einem mehrere Bände umfassenden Schlussbericht ab, worin sie Empfehlungen zuhanden der Organisationen und Regierung aussprach. Empfehlungen bezüglich der Zeugen Jehovas finden sich im Bericht zur Case Study 29 sowie in Band 16 des Schlussberichtes ab S. 51 ff. sowie auf S. 77. Konkret sind das: 1. Aufgabe der Zwei-Zeugen-Regel bei Verdacht auf Kindesmissbrauch, 2. Einbezug von Frauen in organisationale Abläufe im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch, 3. Aufgabe von Ächtung. 


Australien, Sunday Mail – 14.06.2020 von Natalie O’Brien – „Jehovah’s hiding money – sex-abuse victims attack evasive actions“
Deutsche Übersetzung des Artikels:
„Jehovas Zeugen verschieben Geld – Opfer von sexuellem Missbrauch greifen Ausweichmanöver an“


28.04.2020 Die australische Regierung hat in einer Meldung mehr als 100 Institutionen aufgelistet – darunter auch Jehovas Zeugen –, die sich bisher nicht dem nationalen Entschädigungsfond für Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch angeschlossen haben. Die Regierung setzt nunmehr eine letzte Frist und droht finanzielle Strafen und den Verlust der Gemeinnützigkeit an. (weitere Informationen)


PRObono Australia, 28.02.2019 – Die australische Regierung hat mehr als 100 Institutionen – darunter Jehovas Zeugen – aufgelistet, die sich bisher nicht dem nationalen Entschädigungsfond für Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch angeschlossen haben. Sie fordern Organisationen zu bestrafen, die sich weigern, sich zu registrieren.

Sozialminister Paul Fletcher sagte am Donnerstag, die Regierung werde eine Liste von Institutionen führen, die sich dem Fond nicht angeschlossen haben, um der Öffentlichkeit und den Überlebenden, die Entschädigungszahlungen beantragen wollen, Transparenz zu bieten.

Das Programm bietet Opfern von Missbrauch eine Entschädigungszahlung von bis zu 150.000 US-Dollar, Zugang zu psychologischer Beratung und auf Wunsch eine direkte persönliche Antwort der zuständigen Institution.

Hier geht es zur deutschen Übersetzung des Artikels.



Weitere Infos zu Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen finden Sie hier.

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Italien – die Zeugen Jehovas in der Krise

Die Zeugen Jehovas, eine Religion in der Krise zwischen interner Unzufriedenheit und der Flucht der Gläubigen

Artikel aus dem italienischen Medienportal fai.informazione.it

20/07/2021 – 19:32 Die Zeugen Jehovas haben immer erklärt, sie seien die „glücklichsten Menschen auf Erden“, aber bestimmte Ereignisse stehen im Widerspruch zu dieser Aussage und vermitteln das Bild einer Religion, die immer lauteren und revolutionären Protestbewegungen ausgesetzt ist. In den letzten Jahren haben Tausende von Zeugen Jehovas das Klima der Heuchelei, das in der Gemeinschaft herrscht, öffentlich angeprangert. Es handelt sich um Gläubige und ehemalige Gläubige, die im Netz surfen und sich hinter einem Spitznamen verstecken, um nicht erkannt zu werden, weil sie Vergeltungsmaßnahmen einer religiösen Gruppe fürchten, die Kritik und Einwände von innen nicht duldet.

In vielen westlichen Ländern, in denen die Verbreitung des Internets den meisten Menschen den Zugang zu Informationen ermöglicht hat, die früher in den Archiven der Organisationen verschlossen waren, stagniert die Zahl der neuen Anhänger oder geht zurück. In den Gemeinden machten sich Zweifel breit, das Misstrauen nahm zu, und die Berichte verbreiteten sich schnell. So waren die Zeugen Jehovas zehn Jahre lang, von 1991 bis 2001, Teil der UNO, einer weltpolitischen Institution, die sie selbst immer als „satanische Institution“ gebrandmarkt haben. Diese Entdeckung hat viele Gläubige dazu veranlasst, die Organisation der Heuchelei und der Inkonsequenz gegenüber dem, was seit Jahren in den Gemeinden auf der ganzen Welt gelehrt wird, zu bezichtigen.

Rebellion und Ungehorsam nehmen unter denjenigen zu, die der Bewegung vorwerfen, autoritär und libertär zu sein. Die Regel, die jeden Kontakt mit einer distanzierten Person verbietet, wird immer wieder in Frage gestellt. Immer weniger Zeugen Jehovas sind bereit, dem Diktat der leitenden Körperschaft, der höchsten Autorität der Organisation, zu folgen. Die Abwanderung von jungen Menschen aus der Gemeinschaft ist beeindruckend. Den Angaben zufolge verlassen fast siebzig Prozent der Kinder, die in Familien der Zeugen Jehovas geboren werden, die Sekte, wenn sie erwachsen sind. Das ist ein Prozentsatz, den es in keiner anderen Religion der Welt gibt. Viele Ausgestoßene haben das angeprangert, was sie als ein okkultes System bezeichnen, das das Gewissen manipuliert und unterschwellige Bilder freimaurerischer Natur in seinen Veröffentlichungen veröffentlicht, um die Leser zu beeinflussen.

Am kritischsten gegenüber den Zeugen Jehovas sind diejenigen, die die Organisation verlassen haben und eine klaustrophobische Realität beschreiben. Es handelt sich um eine geschlossene Welt, in der die individuelle Freiheit aufgehoben ist und die Mitglieder von der Außenwelt isoliert werden, indem jedem, der den Richtlinien der Organisation widerspricht, göttliche Strafe angedroht wird. Dennoch haben viele ehemalige Zeugen Jehovas den Mut gefunden, die Mauer des Schweigens und der Angst zu durchbrechen, und beschlossen, über ihre Erfahrungen zu berichten, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, was unter den Zeugen Jehovas geschieht. Ihr Ziel ist es, die Widersprüche der Bewegung zu entlarven und die Leichen, die die Organisation in ihren Schränken versteckt hat, ans Licht zu bringen. Das schrillste Beispiel ist die Pädophilie, die von den Zeugen Jehovas in der ganzen Welt begangen und von der Führung der Bewegung vertuscht wird. Ein Phänomen, das die religiöse Gruppe in Zivilprozessen bereits Dutzende von Millionen Dollar an Entschädigung gekostet hat.

Hunderttausende von Menschen verlassen jedes Jahr die Gemeinschaft, weil sie es leid sind, sich der Diktatur eines Organs zu unterwerfen, das sich selbst zum einzigen Kanal Gottes auf Erden erklärt hat. Natürlich tun das nicht alle, aber die, die bleiben, führen oft ein Doppelleben. Einerseits folgen sie den Regeln der Organisation und andererseits denen der Welt. Und nicht nur das. Aber aus dem, was wir im Internet lesen, geht hervor, dass sich viele Zeugen Jehovas nicht mehr als Zeugen Jehovas fühlen und begonnen haben, Dissidenten-Seiten zu besuchen. Physisch sind sie noch Teil der Organisation, aber geistig haben sie das Schiff bereits verlassen. Tausende von ihnen sind Doppelagenten. In den Gemeinden verhalten sie sich vorbildlich, aber privat verkehren sie mit Andersdenkenden und versorgen sie mit vertraulichen Informationen über die Vorgänge in einer verbotenen Gemeinschaft in mehreren Ländern.

Die Unzufriedenheit innerhalb der Bewegung wächst von Tag zu Tag und wirkt sich auch auf diejenigen aus, die aus dem einen oder anderen Grund beschließen, in der Organisation zu bleiben. Die jüngsten organisatorischen Veränderungen haben bei den Verantwortlichen der Gemeinschaft für Unruhe gesorgt. Viele Älteste, die in Zweigstellen arbeiteten oder als „Aufseher“ oder „besondere Pioniere“ dienten, wurden nach Hause geschickt, um Kosten zu sparen. Hunderte von Kirchengemeinden in aller Welt wurden geschlossen. Zweitausend allein in Amerika. Ständige Änderungen der Lehren, wie z. B. die Verschiebung des Endes der Welt in eine immer ungewissere und ungenauere Zukunft, haben bei vielen Zeugen Jehovas zu Ermüdung und Apathie geführt, so dass sie nicht mehr eifrig predigen.

Kurz gesagt, der Dissens unter den Zeugen Jehovas breitet sich wie ein Lauffeuer aus, und die Bewegung scheint sich weltweit in einer Rezession zu befinden. Der Grund dafür soll die invasive Politik der Führung der Organisation und zu weit gehende religiöse Doktrinen sein. Aber auch die Unfähigkeit der Führung, die vielen Risse zu schließen, die sich aufgetan haben und die das wahre Wesen einer Bewegung ans Licht bringen, die sich wie alle religiösen Bewegungen als immer menschlicher und immer weniger göttlich erweist.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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Zeugen Jehovas wegen Ächtung verurteilt

Prozess in Belgien – Zeugen Jehovas wegen Anstiftung zu Diskriminierung und Hass bzw. Gewalt verurteilt!

Aktualisierung vom 07.06.2022 – Prozess wegen Diskriminierung von Ex-Mitgliedern: Zeugen Jehovas in Berufung freigesprochen (vrt.be)

Das Berufungsgericht in Gent hat die Zeugen Jehovas von dem Vorwurf, ehemalige Mitglieder diskriminiert oder sie Hass und Gewalt ausgesetzt zu haben, freigesprochen. Das ist um so überraschend, als dass die Vereinigung um die Zeugen Jehovas letztes Jahr noch in erster Instanz verurteilt wurde. 


Zeugen Jehovas wegen „Ausschluss-Regelung“ verurteilt: Geldstrafe von 96.000 Euro

Artikel in vrt 16.03.2021 (Deutsche Übersetzung von JZ Help)

Der hinter den Zeugen Jehovas stehende Verein wurde wegen Anstiftung zu Diskriminierung und Hass bzw. Gewalt gegen ehemalige Mitglieder, welche die Religionsgemeinschaft verlassen haben, verurteilt. Dies hat das Gericht in Gent entschieden. Die Zeugen Jehovas werden mit einer Geldstrafe von 96.000 Euro belegt. „Die religiösen Regeln stehen in unserer Gesellschaft nicht über dem Gesetz„, betonte der Richter.

Wir schreiben den 27. März 2015. Patrick Haeck erstattet eine Strafanzeige gegen die Religionsgemeinschaft. Er selbst war 35 Jahre lang Mitglied der Zeugen Jehovas, wurde aber 2010 ausgeschlossen, weil er bestimmte Praktiken in Frage gestellt hatte. „Wenn die Beziehung zu den Jehovas nicht mehr stimmt, dann wird man komplett ignoriert. Niemand darf mehr mit einem reden“, so Haeck gegenüber Radio 2. „Ex-Zeugen bleiben oft ohne Familie und Freunde zurück. Sie verkümmern langsam und haben ein höheres Risiko für Selbstmord“, sagte er.

Nicht der einzige

Fast sechs Jahre nach der ersten Anzeige – die Untersuchung dauerte länger als geplant – stand die belgische Organisation, die hinter den Zeugen Jehovas steht, letzten Monat tatsächlich vor einem Strafgericht. Inzwischen haben sich fünfzehn ehemalige Zeugen der Strafanzeige von Haeck angeschlossen und sich zusammen mit der Organisation Unia der Anklage angeschlossen.

„42 Jahre lang bin ich ausgeschlossen und ignoriert worden. Nur meine jüngste Schwester sprach noch mit mir. Bis vor fünf Jahren, als ihr Mann plötzlich ‚Ältester‘ in der Gemeinde werden wollte“, sagte die ehemalige Zeugin Jenny Schepens (63), die sich während des Prozesses zu Wort meldete. Sie verließ die Zeugen Jehovas im Alter von 21 Jahren, nachdem sie Gefühle für jemanden außerhalb der Gemeinschaft entwickelt hatte. „Ich war so jung. Wie konnte ich damals wissen, dass ich zu lebenslanger Haft verurteilt worden war? Sie bezeichnen einen als Täter, obwohl man in Wirklichkeit das Opfer ist. Familien werden durch diese erzwungene, unmögliche Wahl zwischen Familie und Gott auseinandergerissen. Meine Mutter hat sich damit schwer getan, sich aber letztendlich für die Gemeinschaft entschieden.“

Die Staatsanwaltschaft erhob keine Anklage gegen einzelne Mitglieder der Zeugen Jehovas und forderte lediglich eine „angemessene Geldstrafe“. Laut dem Staatsanwalt geht es in diesem Fall also hauptsächlich um die Anerkennung des Fehlverhaltens innerhalb der Gemeinschaft und nicht um Sanktionen: „Unserer Ansicht nach handelt es sich um einen eklatanten Verstoß gegen das Diskriminierungsgesetz. Ich hoffe, dass dies ein Zeichen setzen kann. Dies ist ein massiver, prinzipieller Fall. Man zielt auf eine bestimmte Gruppe und will sie sozial isolieren und psychologisch schädigen.“

Die Anwälte der Zeugen Jehovas argumentierten, dass die gemeinnützige Organisation nur eine juristische Person ist, die von der Gemeinschaft genutzt wird. Wie die Mitglieder mit ihrer Religion umgehen, liegt ihrer Meinung nach nicht in der Verantwortung des Vereins. Sie bezeichneten das Strafgericht auch als nicht zuständig, über religiöse Praktiken zu entscheiden und erklärten gleichzeitig, dass das Gericht diesen Fall als Pressedelikt, also vor dem ordentlichen Gericht, hätte behandeln müssen.

Richter: „Religiöse Regeln stehen in unserer Gesellschaft nicht über dem Gesetz“.

Doch heute wies das Gericht diese Argumente zurück. „Die Pflicht zur Neutralität gegenüber Religionsgemeinschaften ist nicht absolut. Das Gericht hat die Befugnis, diesen Sachverhalt anhand des Diskriminierungsgesetzes zu prüfen“, sagte das Gericht.

Der gemeinnützige Verein, der hinter den Zeugen Jehovas steht, wurde wegen Anstiftung zur religiösen Diskriminierung und Aufstachelung zum Hass zu einer Geldstrafe von 96.000 Euro verurteilt. Es ist die erste strafrechtliche Verurteilung überhaupt für die Religionsgemeinschaft in unserem Land.

Die Organisation fördert die Praxis des Gemeinschaftsentzugs in ihren lokalen Glaubensgemeinschaften und gefährdet damit mehrere Pfeiler unserer Grundrechte. Zu keinem Zeitpunkt hat sich die Glaubensgemeinschaft mit den sehr nachteiligen Folgen für die Opfer beschäftigt. Es ist die Aufgabe der Justiz, solche Praktiken zu unterbinden. Religiöse Regeln stehen in unserer Gesellschaft nicht über dem Gesetz.“

Weitere Pressestimmen

Zeugen Jehovas wegen „Ausgrenzungspolitik“ verurteilt: Geldstrafe von 96.000 Euro
BRF Nachrichten, 17.03.2021

Siehe dazu auch den Artikel im Nieuwsblad vom 1. April 2015 und die deutsche Übersetzung.

Weitere Informationen zu Ächtung bei Jehovas Zeugen finden Sie unter
Problembereiche – Soziale Ächtung & Kontaktverbot und
Schweizer Gericht bestätigt: Kritik an Jehovas Zeugen ist berechtigt.

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Umfrage Sektenausstieg

*** Neu – jetzt auch in Österreich ***

Die Universität Zürich führt eine Umfrage zum Sektenausstieg in Deutschland, Österreich und der Schweiz, insbesondere auch Zeugen Jehovas betreffend, mit dem Titel durch:

Umfrage zur Erfassung psychischer Belastung und Resilienz (psychische Widerstandskraft) nach Austritt oder Ausschluss aus einer (fundamentalen) christlichen Glaubensgemeinschaft.
https://ww3.unipark.de/uc/landis_Universit__t_Z__rich__Psy/46a9/

Für eine wissenschaftliche Studie sucht die Universität Zürich 600 ehemalige Mitglieder einer (fundamentalen) christlichen Glaubensgemeinschaft (z.B. Zeugen Jehovas, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten…), die über 18 Jahre alt, deutscher Muttersprache oder mit guten Deutschkenntnissen und wohnhaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz – bitte machen Sie mit, wenn Sie betroffen sind!

Anmerkung: Als ehemalige Mitglieder zählen auch Personen mit einem starken Gefühl der Zugehörigkeit, ohne regulär der Glaubensgemeinschaft beigetreten gewesen zu sein.

Ziel der Studie: Untersucht werden die persönlichen Erfahrungen von Mitgliedern einer (fundamentalen) christlichen Glaubensgemeinschaft im Rückblick. Dabei interessieren uns die Erfahrungen während der Mitgliedschaft, die Gründe und Umstände des Austritts/Ausschlusses sowie die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Folgen. 

Ablauf und Dauer der Studie: Es handelt sich um eine anonyme Online-Befragung, auf welche über einen Link zugegriffen werden kann. Der Fragebogen wird ca. 30-40 Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Die Online-Befragung kann jederzeit durchgeführt werden. 

Alle Daten werden vertraulich behandelt.

Falls Sie an einer Studienteilnahme interessiert sind und oben genannte Kriterien auf Sie zutreffen, können Sie über folgenden Link auf die Studie Zugriff nehmen: https://ww3.unipark.de/uc/landis_Universit__t_Z__rich__Psy/46a9/

Wünschen Sie weitere Informationen, wenden Sie sich bitte an die Studienleiterin: Frau PD Dr. Myriam Thoma, Universität Zürich, Binzmühlestrasse 14/17, 8050 Zürich, E-mail: resilienz@psychologie.uzh.ch

Weitere Informationen zu den Folgen der Mitgliedschaft in Sekten finden Sie hier.

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