Kindeswohlgefährdung

Schläge als Teil der Kindererziehung

Im Religionsrecht der Jehovas Zeugen sind körperlicher Schläge nach wie vor Teil der Kindererziehung. Es handelt sich dabei nicht lediglich um unverbindliche Glaubenslehren, sondern um konkrete Handlungsanweisungen. Berichte Betroffener zeigen auf, dass diese Erziehungsgrundsätze so auch umgesetzt wurden.
Zu den entsprechenden Quellen geht es hier.

Blutverbot für Kinder

Jehovas Zeugen verbieten ihren Mitgliedern – auch getauften, minderjährigen Kindern – im Religionsrecht Bluttransfusionen, auch wenn dies den Tod bedeutet. Das Verbot gilt sogar für ungetaufte Kinder, wenn mindestens ein Elternteil Jehovas Zeuge ist.

Kindertaufe

Bei Jehovas Zeugen werden keine Säuglinge getauft, sehr wohl aber minderjährige Kinder. In den Publikationen werden positive Beispiele von 12-jährigen geschildert. Auf Bildern sind sogar noch jüngere Kinder zu sehen.
Zitat: „Lässt sich ein Jünger Christi in ganz jungen Jahren taufen, ist für ihn und seine Eltern ein wichtiger Meilenstein erreicht, der ungeahnte Segnungen verspricht. Lasst euch das nicht entgehen!“ (w11 15. 6. S. 5)

Ein ausführliche Abhandlung über die Aufforderung zur Kindertaufe mit vielen Beispielen und die sich daraus ergebenden Gefahren finden Sie hier.

Indoktrination von Kindern

Nachfolgendes Video zeigt in einer Analyse der Kinderfilme von Jehovas Zeugen, die ebenfalls Teil des Religionsrechts der Gemeinschaft sind, wie Kinder indoktriniert werden.

Die Kinderfilme stehen auf jw.org zur Verfügung. Hier sind einige besonders verstörende Beispiele zu finden:


Kindeswohlgefährung bei Jehovas Zeugen – erschütternde Beispiele, die immer noch aktuell sind

In der SternTV-Reportage haben Experten und Betroffene noch darüber gesprochen, wie Kinder bei Jehovas Zeugen durch geschürte Ängste geschädigt werden. Heute liegen unserem Verein über 100 Erfahrungsberichte vor, in dem Betroffene schildern, wie sie noch heute darunter leiden, teilweise sogar Selbstmordversuche unternommen haben und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen mussten. Beispiele finden Sie hier.

Versammlungsbesuch als kindeswohlgefährdend eingestuft

Ein Urteil des Obersten Gerichts in Neuseeland aus dem Jahr 2014 unterbindet den Besuch von Kindern im Königreichssaal der Zeugen Jehovas. Dies geht aus einem auf jwleaks.org veröffentlichten Dokument hervor.
Das Gericht hat zwei Kindern verboten, den Königreichssaal der Zeugen Jehovas zu besuchen und sich an den Aktivitäten der Zeugen Jehovas zu beteiligen, um die Kinder vor der Einwirkung der Religion zu schützen. Das Urteil erlaubt es den beiden Kindern, an Geburtstags-, Oster- und Weihnachtsfeiern teilzunehmen. Das Urteil verhindert, dass die Mutter die beiden Kinder zum „Missionieren“ mitnimmt.

Auch unserem Verein liegen vergleichbare Gerichtsentscheidungen aus Deutschland vor, in denen der Versammlungsbesuch und die Belehrung aus den Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft als mögliche Gefährdung des Kindeswohl festgestellt wurde.

Videos von Jehovas Zeugen als jugendgefährdend eingestuft

Schweden – Gerichtsverfahren gegen Jehovas Zeugen wegen jugendgefährdender und diskriminierender Videos
Metro 25.03.2019

Berichte Betroffener

Deutschland/Schweiz – Micha Barth war bei den Zeugen Jehovas. Als Kind wurde er dort körperlich gezüchtigt. Nun kämpft er gegen Kindesmisshandlung und -missbrauch.
20min.ch 05.05.2019

Deutschland – Julia A. schildert in Teil 1, wie mit 12 Jahren ihre Mutter mit Zeugen Jehovas in Berührung kam und wie dies den Beginn eines Lebens in Unfreiheit war. Weder die Berufswahl noch die Partnerwahl waren für sie frei wählbar – noch nicht einmal die Kleidung. Kinder wurden geschlagen, wenn sie nicht still sitzten in der Versammlung. Erst im Jahr 2009 gelang der jungen Frau der Ausstieg.
Die Kommentierung der Vorwürfe durch Wolfram Slupina vom Informationsbüro der Zeugen Jehovas kam man nur als zynisch bezeichnen, da sie offensichtlich den eigenen Publikationen und Anweisungen für Älteste widerspricht.
Bild 19.11.2013

Deutschland – Julia A. schildert in Teil 2, wie sie von drei Ältesten zu intimen Detail befragt wurde und wie sie nach dem Rauswurf durch ihre Mutter mit 19 Jahren ohne Berufsabschluss plötzlich völlig auf sich allein gestellt war. Der Mann ihrer Mutter – ebenfalls ein Zeuge Jehovas – war gewalttätig gegenüber ihrer 15-jährigen Schwestern. Die Ältesten wussten davon, unternahmen aber nichts dagegen. Nachdem Julia A. Anzeige erstattet hat, lebt ihre 15-jährige Schwester in einem Wohnheim – dafür hat die Polizei und das Jugendamt gesorgt.
Bild 19.11.2013

 DSDS-Kandidat Joey Heindle berichtet über seine schlimme Kindheit, die von den Prügeleien seines Vaters geprägt war. Ein Nachbarn aus Niederbayern erzählt:“Sein Vater machte bei den Zeugen Jehovas auf heilig – und verdrosch dann sein Kind“. Erst mit 13 Jahren endete der Terror für Joey, als seine Mutter in ein Frauenhaus floh. Doch die Narben werden ihn wohl ein Leben lang an seine schreckliche Kindheit erinnern.
t-online.de 5.3.2012

Zu weiteren Berichten Betroffener geht es hier.

Publikation „Glaubensfreiheit versus Kindeswohl – Familienrechtliche Konflikte im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften“

Informationen zu familienrechtlichen Konflikten im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften, erarbeitet von AJS NRW und Sekten-Info NRW. Zur Broschüre geht es hier.

Die Publikation „Glaubensfreiheit versus Kindeswohl. Familienrechtliche Konflikte im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften“ greift das Problem aus zwei Perspektiven auf, einer juristischen und einer pädagogischen. Im ersten Teil werden die rechtlichen Grundlagen dargestellt und anhand konkreter Gerichtsentscheidungen erläutert. Der zweite Teil behandelt religiös-weltanschaulich geprägte Erziehungskonzepte und –praktiken, die zu einer Kindeswohlgefährdung führen können.

„Mögliche Beeinträchtigungen des Kindeswohls im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften im Blick der Familiengerichtlichen Rechtsprechung:
– Beschneidung des sozialen Kontakts
– Beeinträchtigung der körperlichen Integrität
– Verweigerung medizinischer Versorgung
– Vernachlässigung
– übermäßige religiöse Beeinflussung
– Beeinträchtigung der psychischen Entwicklung
– Loyalitätskonflikte

Nach § 1685 BGB haben Großeltern und Geschwister ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

Die Zugehörigkeit des den Umgang beanspruchenden Elternteils zu einer religiösen Gemeinschaft allein reicht nach der Rechtssprechung nicht aus, um das Umgangsrecht zu beschränken.“