Kindererziehung mittels Züchtigung und Schläge

Für Jehovas Zeugen sind körperliche Schläge nach wie vor Teil der Kindererziehung. Alle nachfolgenden Zitate sind der aktuellen Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK (Stand 27.11.2019) entnommen, die Teil des Religionsrechts ist. Es gibt keine Hinweise, dass die aufgeführten Publikationen nicht mehr gültig wären.

Wie Berichte Betroffener zeigen, wurden die Erziehungsvorgaben von den Mitgliedern auch umgesetzt.

Programmheft Oktober 2016

Im Gegenteil, im „Arbeitsheft der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft 31. Oktober–6. November 2016“ wird sogar explizit unter der Überschrift „Die Rute steht für alle Arten von Erziehungsmaßnahmen“ auf einige untenstehende Quellen verwiesen, wie z.B. Einsichten in die Heilige Schrift S. 2012 und dem Wachtturm 1997 15. 10. S 32.

Damit wird ausgesagt, dass Schläge Teil der Kindeserziehung sein sollten, jedoch nicht im Zorn, um schwerwiegendere Verletzungen zu vermeiden.

Nachschlagewerk „Einsichten in die Heilige Schrift“

Stichwort „Schlagen“

„In der Heiligen Schrift wird wiederholt betont, wie nützlich Schläge als Strafmittel sein können. Sprüche 20:30 zeigt, daß die Züchtigung bis ins Innerste dringen und bewirken kann, daß sich der Gezüchtigte bessert. Der Text lautet: „Quetschwunden sind es, die das Schlechte wegscheuern, und Schläge die innersten Teile des Leibes.“ Der Gezüchtigte sollte erkennen, daß er töricht gehandelt hatte und daß er sich ändern sollte. Wer wirklich weise ist, läßt sich mit Worten zurechtweisen, so daß es nicht nötig wird, ihn zu schlagen.
Da alle Menschen „in Vergehen“ hervorgebracht und „in Sünde“ empfangen werden (Ps 51:5), gibt die Bibel Eltern den Rat, die Rute der Autorität konsequent anzuwenden, manchmal auch in Form der buchstäblichen Rute (Spr 22:15). Dadurch mag das Kind vor Schaden oder gar vor dem Tod bewahrt werden (Spr 23:13, 14).“ (Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2 S. 848, Stichwort „Schlagen“)

Stichwort „Stab, Stock, Rute“

Elterliche Gewalt. Die „Rute“ versinnbildet auch die elterliche Gewalt. Im Buch der Sprüche gibt es viele Hinweise auf diese Gewalt, und die Rute symbolisiert alle Formen der Zucht, auch das buchstäbliche Züchtigungsmittel. Die Eltern sind Gott gegenüber verpflichtet, die Rute zu gebrauchen, indem sie das Kind in Zucht nehmen. Eltern, die das nicht tun, sind nicht nur verantwortlich dafür, wenn ihr Kind eine Beute des Verderbens und des Todes wird, sondern sie bringen auch Schande über sich und ziehen sich Gottes Mißbilligung zu. „Torheit ist an das Herz eines Knaben geknüpft; die Rute der Zucht ist das, was sie von ihm entfernen wird.“ „Enthalte doch dem, der noch ein Knabe ist, die Zucht nicht vor. Falls du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Du solltest ihn mit der Rute schlagen, damit du seine Seele vom Scheol befreist“ (Spr 22:15;23:13, 14). Ja, „wer seine Rute zurückhält, haßt seinen Sohn, wer ihn aber liebt, der sucht ihn sicherlich heim mit Züchtigung“ (Spr 13:24; 19:18; 29:15; 1Sa 2:27-36). (Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2 S. 1012, Stichwort „Stab, Stock, Rute“)

Zitate aus dem Buch „Das Familienleben glücklich gestalten“

„Zuchtmaßnahmen würden im Kind Hemmungen hervorrufen und seine Entwicklung behindern, sagten die Psychologen. Schon allein der Gedanke daran, ein Kind zu schlagen, war für sie erschreckend. Ihre Theorien widersprachen direkt dem Rat Jehovas (Abs. 2) … Schläge können einem Kind das Leben retten (Abs. 5) … Nachdem ein Kind fest, aber liebevoll in Zucht genommen worden ist, sieht es die Dinge wahrscheinlich anders; es macht einen neuen Anfang und ist dann oft viel umgänglicher (Abs. 7) … sollte die Zucht nicht in einen unbeherrschten Zornausbruch oder in Schläge ausarten, durch die man lediglich seinen Zorn abreagiert (Abs. 8) … Auch die Notwendigkeit, gehorsam zu sein und Autorität zu respektieren, sollte ständig eingeprägt werden. Schon im ersten Lebensjahr wird es sich zeigen, wie bereit ein Kind ist, auf die Forderungen Erwachsener zu reagieren (Abs. 24) … Ein Kind, das sehr empfindsam ist, braucht nicht jedesmal geschlagen zu werden. Bei einem anderen Kind mögen Schläge wirkungsvoll sein (Abs. 26). (Das Familienleben glücklich gestalten S. 132 – 146)

Zitate aus Wachtturm und Erwachet

Heimsuchen mit Züchtigung – Unvollkommene Menschen benötigen Zucht, und das von Kindheit an. „Wer seine Rute zurückhält, hasst seinen Sohn“, sagt der König von Israel, „wer ihn aber liebt, der sucht ihn sicherlich heim mit Züchtigung“ (Sprüche 13:24).
Eine Rute ist ein Zeichen der Autorität. In Sprüche 13:24 steht sie für die elterliche Autorität. In diesem Zusammenhang bedeutet der Gebrauch der Rute zum Zweck der Züchtigung nicht unbedingt, ein Kind zu schlagen. Damit ist vielmehr das Mittel der Zurechtweisung gemeint, die in unterschiedlichster Form erfolgen kann.“ (Wachtturm 2004 15. 7. S. 31)

„Einige jedoch lassen sich nicht durch bloße Worte zurechtbringen. Sie mögen für ihren Ungehorsam eine angemessene Strafe benötigen. Mit dieser Empfehlung befürwortet die Bibel nicht, Kinder zornentbrannt zu schlagen oder sie zu verprügeln, was zu Blutergüssen oder zu anderen Verletzungen führen kann.“ (Wachtturm 1997 15. 10. S. 32, Kindern moralische Werte vermitteln)
Hier wird nicht grundsätzlich von Schlägen abgeraten, lediglich dies nicht zornentbrannt zu tun, um schwerwiegendere Verletzungen zu vermeiden.

„Auf die elterliche Autorität bezogen, ist mit der „Rute“ nicht einzig und allein die körperliche Züchtigung gemeint. Sie umfaßt alle Formen der Zucht, die zumeist nicht körperlich erfolgen müssen. Wird körperlich gezüchtigt, dann in der Regel, weil andere Methoden nicht erfolgreich waren … Dem Kind, das einen Fehler begangen hat, sollte dadurch eine Lektion erteilt werden. Erfolgt die körperliche Züchtigung im Zorn, wird dem Kind die falsche Lektion erteilt.“ (Erwachet 1992 8. 9. S. 27)

„„Spart die Rute, doch bedenkt die Folgen“ war ein Artikel in der südafrikanischen Zeitung The Natal Mercury überschrieben, in dem der heutige Trend beklagt wurde, Kinder zu Hause und in der Schule nicht mehr körperlich zu züchtigen … Der Professor betont, daß das Motiv für körperliche Züchtigung die liebevolle Sorge um das gegenwärtige und künftige Wohlergehen des Kindes sein sollte. Solcher Rat ist nicht neu, sondern eine Rückkehr zu der unfehlbaren Anleitung der Bibel: „Wer seine Rute zurückhält, haßt seinen Sohn, wer ihn aber liebt, der sucht ihn sicherlich heim mit Züchtigung.“ (Wachtturm 1988 15. 12. S. 7, Die Rute gebrauchen)

„Aber schließt liebevolle Zucht auch körperliche Züchtigung ein? Gemäß Gottes Wort kann das eingeschlossen sein, sofern die körperliche Züchtigung ein Ausdruck der Liebe ist und auf eine Weise erfolgt, die sich mit Liebe vereinbaren läßt … Obwohl solche Bezugnahmen auf die „Rute“ verschiedene Arten elterlicher Züchtigung einschließen können, gehört die körperliche Züchtigung sicher dazu. Ob die Eltern sie nun mit der Hand, einem Stock oder einer geeigneten „Rute“ anderer Art vornehmen — sie haben von Gott die Befugnis, ihre Kinder auf liebevolle Weise körperlich zu züchtigen … Doch zeigt die Bibel, daß die körperliche Züchtigung als eine gelegentlich geübte Form der Zucht ihren Wert hat, vor allem bei kleinen Kindern … Vor allem bei sehr kleinen Kindern verlangt eine solche Herausforderung nicht unbedingt viele Worte. Schläge können ganz gut wirken. Nicht, daß das Kind zur Untertänigkeit geprügelt werden sollte — aber ein paar feste Klapse mögen ihm zeigen, wer die Autorität hat.“ (Erwachet 1979 8. 8. S. 27-28)

„So … handelte jener Vater (auch das ist tatsächlich geschehen), der seinem Töchterchen in aller Güte, aber unmißverständlich gesagt hatte, es dürfe an der christlichen Versammlungsstätte nach dem gottesdienstlichen Programm nicht herumrennen, sonst würde es eine Tracht Prügel bekommen. Trotzdem rannte die Kleine kurz danach wieder herum, und der Vater gebot ihr nochmals, still auf einem Stuhl zu sitzen, bis sie heimgehen würden. Zu Hause angekommen nahm sie der Vater auf den Schoß und fragte sie in gütigem Ton, ob sie noch wisse, was er ihr verheißen habe, wenn sie ungezogen sei. Ja, sie wisse es noch, sagte sie und bettelte, er möchte sie doch nicht strafen, sie verspreche ihm, nie mehr ungezogen zu sein. Darauf fragte sie der Vater: „Was würdest du von einem Menschen denken, der etwas verspricht und es dann nicht hält? Möchtest du, daß dein Vati so wäre?“ Sie sah ein, daß ihm nichts anderes übrigblieb, als ihr die Prügel zu geben und sie bekam sie auch.“ (Wachtturm 1966 1. 2. S. 68)

„Man läßt die Kinder auch nicht aus dem Grunde zu Hause, weil sie in der Versammlung einen zu großen Lärm machen könnten. Man nimmt die Kleinen in die Versammlung mit, ob sie es wollen oder nicht. Und wenn sie sich nicht gut aufführen, weist man sie zurecht, und zwar nicht dadurch, daß man sie mit Bonbons besticht, sondern indem man ihnen, wenn es nötig werden sollte, die Hosen stramm zieht.“ (Wachtturm 1960 15. 3. S. 177-178, Abs. 19)

„Das führt uns zum Gedanken der Zucht und zwingt uns, die heißumstrittene Frage in Betracht zu ziehen: Schläge oder keine Schläge? … „Wer seine Rute spart, haßt seinen Sohn; aber wer ihn lieb hat, sucht ihn früh heim mit Züchtigung [befleißigt sich der Zucht, RS].“ Schläge können für ein Kind zum Lebensretter werden, denn Jehova sagt: „Entziehe dem Knaben [Kinde, Me] nicht die Züchtigung; wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Du schlägst ihn mit der Rute und du errettest seine Seele von dem Scheol.“ Ferner: „Wundstriemen scheuern das Böse weg, und Schläge scheuern die Kammern [das Innerste, ZB] des Leibes … In plötzlichem Zorn Schläge auszuteilen ist ein Zeichen schwacher Beweggründe … In vielen Fällen mag die Lösung in der Mitte liegen zwischen den zwei Extremen: nie schlagen oder immer zuschlagen.“ (Wachtturm 1954 15. 3. S. 182, Abs. 1, 2)

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