Kommission – Info-Veranstaltung

Die Kommission hat auf Nachfragen zur Info-Veranstaltung am 29.9.2020 wie folgt reagiert:

Zitat: „Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs dankt den Betroffenen und Zeitzeug*innen, die an der Online-Veranstaltung ‚Vorstellung der Aufarbeitungskommission im Kontext der Zeugen Jehovas‘ am 29.09.2020 teilgenommen haben.

Ziel der Informationsveranstaltung war es, die Arbeit der Kommission zu präsentieren und für die Teilnahme an vertraulichen Anhörungen zu werben.

Zugleich möchten wir darauf hinweisen, dass aufgrund des Online-Formats ein vertraulicher Rahmen nicht vorgesehen war. Wir bedauern, wenn wir im Vorfeld nicht deutlich genug darauf hingewiesen haben sollten.

Ein ganz anderes Format der Kommission sind vertrauliche Anhörungen von Betroffenen. Sie sind der Kern unserer Arbeit. Planung und Ablauf bis hin zur Auswertung sind streng vertraulich.“

Bitte informieren Sie sich auch zum Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen und wo Sie als Betroffene/r Hilfe finden können.

Kindesmissbrauch – wichtige Info-Veranstaltung für Betroffene

Kommission startet Schwerpunkt „Sexueller Kindesmissbrauch bei den Zeugen Jehovas“

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs (kurz: Kommission) startet ihr nächstes Schwerpunktthema und möchte sich Betroffenen, die sexuellem Kindesmissbrauch bei den Zeugen Jehovas ausgesetzt waren, in einer Online-Informationsveranstaltung vorstellen.

Die Kommission möchte ehemalige und aktuelle Mitglieder der Zeugen Jehovas in der Videokonferenz kennenlernen und ihnen die Möglichkeiten der Aufarbeitung im Rahmen der Kommissionsarbeit aufzeigen.

Die Online-Veranstaltung findet am 29. September 2020 zwischen 10- 12 Uhr statt. Betroffene können sich für die Online-Infoveranstaltung hier anmelden.

Kennen Sie Betroffene? Bitte leiten Sie diese Information weiter.

Zum Hintergrund: Die Kommission möchte Ausmaß, Art und Folgen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Vergangenheit aufzeigen, eine breite öffentliche Debatte anstoßen und zur Anerkennung der Betroffenen beitragen. Dazu werden vertrauliche Anhörungen mit Betroffenen geführt und deren schriftliche Berichte ausgewertet. Nur gemeinsam mit den Betroffenen kann eine Aufarbeitung gelingen. Erst wenn Strukturen und Machtmechanismen erkannt sind, wird es möglich sein, Missbrauch und Misshandlung künftig, auch im Kontext der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, zu verhindern.

Weitere Informationen zu Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen finden Sie hier.

Vereinigtes Königreich: Offener Brief an Jehovas Zeugen

Im Namen der Überlebenden von sexuellem Kindesmissbrauch.

Deutsche Übersetzung des Englischen Originals

Ein Offener Brief an Jehovas Zeugen im Vereinigten Königreich im Namen aller britischen Überlebenden von sexuellem Kindesmissbrauch durch Jehovas Zeugen

7. August 2020

An die Führer der Jehovas Zeugen im Vereinigten Königreich,

Wir, die Überlebenden von sexuellem Kindesmissbrauch durch Jehovas Zeugen, bitten Sie um eine öffentliche Entschuldigung; wir laden Sie ein, sich im Namen Ihrer religiösen Organisation im Vereinigten Königreich für Ihre unangemessenen Richtlinien zu entschuldigen, die es verabsäumt haben, uns und die breitere Öffentlichkeit vor den Täter*innen von sexuellem Kindesmissbrauch zu schützen.

Während der laufenden Untersuchung von sexuellem Missbrauch in England und Wales durch die IICSA haben religiöse Institutionen, einschließlich der Zeugen Jehovas, am 10. August die Möglichkeit, mit einer Entschuldigung an die Öffentlichkeit zu gehen. Wir bitten Sie, zuzugeben, dass Sie zu den Institutionen gehören, die in der Vergangenheit Kinder im Stich gelassen haben, und Ihre Behauptung, „Kindesmissbrauch zu verabscheuen“, mit einer reumütigen Entschuldigung zu untermauern, wie es andere religiöse Institutionen getan haben, anstatt zu behaupten, dass Sie „nicht über die institutionellen Rahmenbedingungen verfügen“, um eine Untersuchung durch die IICSA zu verdienen.

In einem Ihrer eigenen Artikel Ihrer religiösen Zeitschrift Der Wachtturm (unter der Überschrift „Wenn ein Ältester einen Fehler macht“) erklären Sie, wie biblische Führer wie David sich entschuldigten und weshalb man das Vertrauen viel eher verliere, wenn man „versucht, einen Fehler zu rechtfertigen, zu ignorieren oder herunterzuspielen“, während man sich durch eine Entschuldigung „die Achtung der anderen verdient“. Wir begrüßen zwar Ihre kürzlich eingeführten kleinen Verbesserungen, wie z.B. die Änderung, dass Überlebende nicht mehr verpflichtet sind, sich ihren Peinigern zu stellen. Aber trotz jahrzehntelanger schädlicher Praxis fehlt es bei solchen Änderungen an jeglicher Entschuldigung. Jeder Versuch von Ihnen, den Eindruck zu erwecken, dass es solche Verbesserungen schon immer gegeben habe, ist unsensibel gegenüber den Opfern. Wir möchten Sie deshalb an einige Dinge erinnern, die unserer Meinung nach eine Entschuldigung verdienen.

Wir bitten um eine Entschuldigung für:

  • Das Versäumnis, alle Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Kindern den Behörden zu melden.
  • Überlebende zu zwingen, sich ihrem Täter in rein männlichen Rechtskomiteesitzungen stellen zu müssen.
  • Die Unterlassung der Überprüfung des Strafregisters aller Gemeindeältesten und Dienstamtgehilfen.
  • Das Fördern von ungebetenen Gemeindemitgliedern als Mentoren für Kinder von Alleinerziehenden.
  • Die Einführung der Praxis, dass ungebetene Amtsträger in Ihren Gemeinden Kinder einladen, sie beim Missionieren und zu Bibelkursen nach der Schule zu begleiten.
  • Kindern, die mit Einsamkeit zu kämpfen haben, zu empfehlen, sich mit älteren, alleinstehenden Männern anzufreunden, die in Ihren Gemeinden als Dienstamtgehilfen arbeiten.
  • Kinder zu lehren, dass man männlichen Ältesten wie Jesus vertrauen kann, währenddessen Sie es unterlassen, Eltern darüber zu informieren, dass einige Älteste eine Vorgeschichte von sexuellem Kindesmissbrauch haben.
  • Bekannten Täter*innen zu erlauben, an die Türen der ahnungslosen Öffentlichkeit zu klopfen.
  • Die Ächtung derjenigen zu fordern, die den Mund aufmachen (Hütet die Herde Gottes, Kapitel 12, Absatz 39 (4)) [Anm.: Der im Original verfügbare Link zur Publikation wurde aus Gründen des Copyrights in dieser Übersetzung weggelassen.]

Spaltungen verursachen, Sekten fördern (R̈om. 16:17, 18; Tit. 3:10, 11): Vorsätzlich die Einheit der Versammlung zu stören oder das Vertrauen der Brüder in die Leitung Jehovas zu untergraben, kann Abtrünnigkeit sein oder dazu führen (it-2 S. 907).

Hütet die Herde Gottes“, Kapitel 12, Absatz 39 (4)

Wir laden Sie auch ein, zu erklären, wie Überlebende von sexuellem Kindesmissbrauch in Zukunft eine Entschädigung erhalten können, da die Organisation der Zeugen Jehovas im Vereinigten Königreich ihre Bemühungen um die Auflösung einzelner Wohltätigkeitsorganisationen der Gemeinde beschleunigt und lokale Gelder und Vermögenswerte unter den Schutz eines Unternehmenstreuhandfonds stellt.

Eine Entschuldigung kann zur Heilung beitragen und wird oft einer finanziellen Unterstützung vorgezogen. Wir sind der Meinung, dass es das Christlichste ist, was man tun kann, und deshalb appellieren wir an Sie:

„Bitte entschuldigen Sie sich.“

Im Namen aller britischen Überlebenden von sexuellem Kindesmissbrauch durch Jehovas Zeugen.

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Offener Brief an „Jehovas Zeugen in Österreich“

Im Sinne der Kinderrechte:
Elf Forderungen anlässlich des Wachtturm-Opfergedenktages 2020

Anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer der Wachtturm-Organisation wiesen Aktivisten unter dem Motto „Kinderrechte gelten für alle – auch für Kinder der Zeugen Jehovas!“ auf die schwierige Situation von Kindern in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hin. Neben einer Kundgebung, die am Samstag, den 25. Juli 2020 im Zentrum Wiens am Stephansplatz stattfand, ging auch ein offener Brief an den Vorstand der Jehovas Zeugen in Österreich. Der Brief enthält elf Forderungen zur Respektierung der Kinderrechte bei den Zeugen Jehovas.

Erste Seite des offenen Briefes an den Vorstand der Jehovas Zeugen in Österreich.

In Österreich hat die Gemeinschaft der Jehovas Zeugen seit 2009 den Status einer gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaft. In dieser Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts nimmt sie Aufgaben öffentlichen Interesses wahr. Damit sind neben religiösen auch soziale, gesellschaftliche und kulturpolitische Aufgaben gemeint, die dem Gemeinwohl dienen. Außerdem genießen Jehovas Zeugen Österreich dadurch verschiedene Privilegien.

Die Erfahrung zeigt leider, dass die religiöse Praxis der Jehovas Zeugen Elemente beinhaltet, die mit diesem Anspruch in Konflikt stehen. Als Opferhilfeverein ist JZ Help täglich mit enormem Leid konfrontiert: An den Verein wenden sich Betroffene und Fachpersonen mit Berichten zu Formen psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt innerhalb der religiösen Gemeinschaft. Besonders Kinder sind davon in hohem Maß betroffen.

Zuständigkeit: Das Kultusamt

In Österreich fallen die religiösen Interessen der Staatsbürger*innen dem Kultusamt zu. Religionsfreiheit umfasst einerseits Rechte, die Kirchen und Religionsgesellschaften bei der Religionsausübung haben, und andererseits die Individualrechte, die jede*r Bürger*in hat. Zu letzteren gehört das Recht, die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft frei zu wählen, diese wechseln oder auch gar keiner angehören. Problematisch wird es, wenn eine Religionsgemeinschaft praktiziert, dass jemand bei Austritt seine Familie und sein soziales Umfeld verliert – hier sehen wir das Individualrecht der Religionsfreiheit unterlaufen.

Das Kultusamt ist in Österreich die Anlaufstelle, wenn es um Anliegen der österreichischen Staatsbürger*innen im Zusammenhang mit gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften, wie zum Beispiel der Jehovas Zeugen in Österreich, geht. (Jene liegen außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der Bundesstelle für Sektenfragen, weshalb diese selbst bei häufigen Anfragen nicht tätig werden darf.) Probleme und negative Erfahrungen sollten daher dem Kultusamt mitgeteilt werden.


Jedes Kind der Welt hat ein Recht darauf, gesund und sicher aufzuwachsen, sein Potenzial zu entfalten, angehört und ernst genommen zu werden.

Konvention über die Rechte des Kindes

Die elf Forderungen im Überblick

  1. Aufhebung des Kontaktverbotes und Aufgabe der sozialen Ächtung
  2. Achtung des Individualrechtes der Religionsfreiheit
  3. Keine Verängstigung durch Vorstellungen wie Teufel, Dämonen und Harmagedon
  4. Keine Überforderung von Kindern durch die religiöse Praxis
  5. Keine soziale Ausgrenzung von Kindern
  6. Keine Stigmatisierung von politischer und gesellschaftlicher Partizipation
  7. Keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Orientierung
  8. Keine Stigmatisierung von höherer Bildung oder Karriere
  9. Kein Blutverbot im medizinischen Bereich
  10. Klare Distanzierung von körperlicher Gewalt in der Erziehung
  11. Behandlung von sexueller Gewalt gegen Kinder als Verbrechen

Detailliertere Informationen zu den Forderungen:

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Gericht bestätigt: Kritik an Jehovas Zeugen ist berechtigt

Medienmitteilung vom 8. Juli 2020

Wegweisendes Urteil rechtskräftig!

Zürcher Gericht bestätigt: Grundlegende Kritik an Jehovas Zeugen ist berechtigt
Die religiöse Praxis verstösst gegen elementare Rechte der Mitglieder
– Auch Kinder sind von Ächtung betroffen
Die Zwei-Zeugen-Regel begünstigt sexuelle Gewalt gegen Kinder

Zur vollständigen Medienmitteilung vom 8. Juli 2020

Pressestimmen

Confessio – Artikel vom 6. Oktober 2020
Gemeinschaftsentzug ist menschenrechtsverletzend – Wegweisendes Urteil zu Zeugen Jehovas in der Schweiz

Frankfurter Rundschau (FR) – Artikel vom 22. Juli 2020
Ächtung und Wahrheit

Süddeutschen Zeitung – Artikel vom 16. Juli 2020
Zwischen Achtung und Ächtung

Beitrag bei Bruderinfo vom 11. Juli 2020
Schweizer Gericht bestätigt: Grundlegende Kritik an Jehovas Zeugen ist berechtigt

HPD-Interview mit Regina Spiess vom 10. Juli 2020
„Ein Staat darf Ächtung niemals dulden“

Frankfurter Allgemeine (FAZ) – Artikel vom 10. Juli 2020
Der Prüfstein des Astoßes

Deutschlandradio – Beitrag vom 9. Juli 2020
Opferverein wirft Zeugen Jehovas Verstoß gegen Menschenrechte und die Verfassung vor

HPD – Humanistischer Pressedienst – Beitrag vom 9. Juli 2020
Zürcher Gericht bestätigt: Grundlegende Kritik an Jehovas Zeugen ist berechtigt

Schweizer Radio SRF – Beitrag in der Nachrichtensendung Rendez-vous am Mittag vom 9. Juli 2020
Urteil im Mobbing-Fall gegen Zeugen Jehovas (Website SRF)
Urteil im Mobbing-Fall gegen Zeugen Jehovas (podcast.de)
Artikel bei SRF und Interview mit Sektenexperten (ohne Anmoderation)

Neue Zürcher Zeitung (NZZ) – Artikel vom 9. Juli 2020
Die Zeugen Jehovas betreiben Mobbing, das bestätigt ein Zürcher Gericht – und bringt die Gemeinschaft damit auch in Deutschland in Verlegenheit

Richard Dawkins Foundation – Beitrag vom 9. Juli 2020
Wegweisendes Urteil rechtskräftig – Zürcher Gericht bestätigt: Grundlegende Kritik an Jehovas Zeugen ist berechtigt

Bundesarbeitsgemeinschaft Säkulare Grüne – FB-Post vom 8. Juli 2020
Einzigartiges Züricher Urteil zu Zeugen Jehovas auch in Deutschland wichtig.

kath.ch – Medienspiegel vom 8. Juli 2020
Wegweisendes Urteil rechtskräftig!

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Aus jw.help wird jz.help

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Mit Gründung des Vereins JW Opfer Hilfe e.V. vor etwas über 2 Jahren haben wir uns hauptsächlich an Zeugen Jehovas und Betroffene dieser Gemeinschaft gewandt. Wir hatten uns zu diesem Zeitpunkt entschieden, die Buchstaben JW auch in unserem Markenauftritt zu verwenden, da Insider die Buchstaben JW und JW.ORG sehr gut als Identifikation von Jehovas Zeugen erkennen.

Von Personen außerhalb der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas erhielten wir dagegen immer wieder Nachfragen, was JW denn bedeute und wir mussten erklären, dass die Buchstaben für den englischen Namen von Jehovas Zeugen „Jehovah’s Witnesses“ stehen.

Im letzten Jahr wurde dann unsere Marke jw.help von der Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania attackiert und Widerspruch gegen die Marke und die Verwendung der Buchstaben JW im Vereinsnamen eingelegt. Aus unserer Sicht ist das Ansinnen der Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania zwar rechtlich unbegründet, trotzdem möchten wir einen kostspieligen Rechtsstreit vermeiden. Wir wollen nicht unsere Zeit, Kraft und Mittel für die Verteidigung einer Marke einsetzen, sondern der Hilfe für Betroffene zukommen lassen.

Deshalb haben wir uns entschieden künftig als JZ Help aufzutreten. Unsere Sozialen Kanäle werden wir in den nächsten Tagen und Wochen umstellen. Die Marke JZ ist im deutschen Markenregister ohne Widerspruch eingetragen.

Leider kann es für Sie dazu kommen, dass ihre gespeicherten Links verloren gehen. Bitte denken Sie an die anschließende Aktualisierung.

Verschieben Jehovas Zeugen Geld, um Entschädigungszahlungen zu umgehen?

Übersetzung des Artikels
„Jehovah’s hiding money – sex-abuse victims attack evasive actions“
Australien, Sunday Mail – 14 Juni 2020 von Natalie O’Brien

Jehovas Zeugen verstecken Geld – Opfer von sexuellem Missbrauch greifen Ausweichmanöver an

Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas wird beschuldigt, Vermögenswerte verkauft und Bargeld ins Ausland transferiert zu haben, um Entschädigungszahlungen an australische Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch zu umgehen.

Den Behörden wird vorgeworfen, Angaben von Informanten nicht geprüft zu haben, wonach die Zeugen Jehovas ihr Geld möglicherweise schon vor dem 30. Juni, dem Stichtag für den Beitritt zum Nationalen Entschädigungsprogramm, versteckt haben.

Die Jehovas Zeugen werden von der „Australian Royal Commission“ (Kommission für institutionelle Gegenmaßnahmen bei sexuellem Kindesmissbrauch) mit 1800 potenziellen Opfern und mehr als 1000 mutmaßlichen Pädophilen, von denen 537 ein Schuldbekenntnis abgaben, genannt. Es scheint, dass die religiöse Organisation keinen einzigen Fall der Polizei gemeldet hat. Die schiere Anzahl der potentiellen Opfer und Täter übertrifft, gemessen an der Zahl der Mitglieder, die der katholischen Kirche und verpflichtet die Organisation zu einer finanziellen Entschädigung von möglicherweise 132 Millionen Dollar.

Doch die Zeugen Jehovas, die in Australien fast 68.000 Mitglieder zählen, haben sich nicht dazu geäußert, ob sie sich dem Entschädigungsprogramm (Redress Scheme) anschließen werden. Stattdessen haben sie begonnen, die Finanzen und Rechtsträger neu zu organisieren.

Seit der Ankündigung der Australian Royal Commission im Jahr 2012 haben die Zeugen Jehovas mit der Umstrukturierung ihrer Wohltätigkeitsorganisationen und Körperschaften begonnen. Aus einer Handvoll Wohltätigkeitsorganisationen erwuchsen 836 separate kleine religiöse Basis-Wohltätigkeitsorganisationen. 766 davon sind jetzt aktiv, nachdem sie am 3. Dezember 2012 auf der Website der Australian Charities and Not for Profits Commission (ACNC) registriert wurden. Kleine religiöse Basis-Wohltätigkeitsorganisationen sind nicht verpflichtet, finanzielle Angaben zu machen.

Nur eine Wohltätigkeitsorganisation (die Watchtower and Bible & Tract Society of Australia Ltd) hat Finanzberichte an die ACNC geliefert. Sie gab der UK International Bible Students Association IBSA (aufgelistet in den UK IBSA 2015 Konten) ein Darlehen von etwa 6 Millionen Dollar, ohne kurzfristige Rückzahlungspläne. Gegenüber der ACNC wies die Wohltätigkeitsorganisation über 150 Millionen Dollar an Einnahmen seit 2014 aus. Sie legte Finanzberichte vor, aus denen hervorgeht, dass sie in den Jahren 2018 und 2019 mit Verlust wirtschaftete, nachdem sie in den drei Jahren zuvor Überschüsse erzielt hatte. 

Whistleblower meldeten, dass Jehovas Zeugen seit 2012 angeblich für mehr als 24 Millionen Dollar Grundstücke verkauft haben sollen. 

Als sie kontaktiert wurden, antworteten die Jehovas Zeugen: „Wir haben Ihre Anfrage geprüft, da jedoch die Fragen auf sachlichen Ungenauigkeiten und falschen Annahmen zu beruhen scheinen, lehnen wir die Beantwortung höflich ab“. Die Zeugen Jehovas wurden gebeten, die Ungenauigkeiten und falschen Annahmen darzulegen, antworteten aber nicht.

Zwei Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch bei den Zeugen Jehovas, Lara Kaput und Steven Unthank, die die Website SaySorry.org gegründet haben, hatten erfolglos versucht, die Behörden, die Finanzaufsicht „Austrac“ und die australische Bundespolizei zu alarmieren – dies aufgrund wachsender Befürchtungen, die Religionsgemeinschaft versuche sich ihren Verpflichtungen gegenüber den Opfern zu entziehen. 

Ein Sprecher von Austrac und der AFP sagte, dass die Behörden weder bestätigen noch dementieren wollen, dass sie möglicherweise bestimmte Maßnahmen ergreifen.

„Die Zeugen Jehovas haben sich nicht nur geweigert, dem nationalen Wiedergutmachungsprogramm beizutreten, sondern scheinen auch sicherzustellen, dass sie nicht über die erforderlichen Mittel für eine finanzielle Wiedergutmachung verfügen“, sagte Frau Kaput. „Die Behörden haben uns wirklich im Stich gelassen.“

Senatorin Anne Ruston, Ministerin für Familien und soziale Dienste, sagte, ab dem 1. Juli werde die Bundesregierung „Institutionen beim Namen nennen, anprangern und finanzielle Sanktionen, wie die Aberkennung des Wohltätigkeitsstatus in Erwägung ziehen“, wenn sie dem Programm nicht beitreten würden.

Weitere Informationen sind hier zu finden.

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Entschädigungsfond für Missbrauchsopfer in Australien

In einer Meldung von  28.02.2019 hat die australische Regierung mehr als 100 Institutionen aufgelistet – darunter auch Jehovas Zeugen –, die sich bisher nicht dem nationalen Entschädigungsfond für Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch angeschlossen haben. Die Regierung setzt nunmehr eine letzte Frist und droht finanzielle Strafen und den Verlust der Gemeinnützigkeit an.

Der Verwaltungsausschuss des australischen Entschädigungsfonds (Ministers‘ Redress Scheme Governance Board) hat seinen Standpunkt bekräftigt, dass es inakzeptabel ist, wenn Institutionen, die die Fähigkeit haben, dem Fond beizutreten, dies nicht tun. Der Ausschuss setzt sich dafür ein, dass so viele Betroffene von institutionellem sexuellem Kindesmissbrauch wie möglich Zugang zu Schadensersatz bekommen.

Institutionen, die in der Royal Commission oder in einem beim Fond eingegangenen Antrag genannt werden, müssen bis spätestens 30. Juni 2020 eine klare schriftliche Erklärung abgeben, in der sie ihre Absicht darlegen, dem Fond beizutreten. Von diesen Institutionen wird erwartet, dass sie dem Fond so bald wie möglich, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2020 beitreten. Dieser zusätzliche Zeitraum spiegelt die maximale Zeit wider, die für den Abschluss des Eingliederungsprozesses benötigt wird, und berücksichtigt die veränderte Kapazität vieler Institutionen aufgrund der Coronavirus-Pandemie (COVID-19).

Es gibt keine Entschuldigung für Institutionen, die seit vielen Monaten wissen, dass sie in einem Entschädigungsantrag namentlich genannt wurden, aber den Beitritt verweigert haben. Wenn bis zum 30. Juni 2020 eine Institution ihre Absicht, dem Fond beizutreten, nicht signalisiert hat, werden sie unverzüglich vom Fond in Übereinstimmung mit den Rechtsvorschriften öffentlich benannt, und die Justiz wird weitere entsprechende Maßnahmen in Erwägung ziehen. 

Dazu können finanzielle Sanktionen der Regierungen von Staaten, Territorien oder des Commonwealth, sowie Änderungen des Wohltätigkeitsstatus einer Organisation gehören. Die namentliche Bekanntgabe von Organisationen ist notwendig, um sicherzustellen, dass Personen, die Zugang zum Hilfsprogramm haben wollen, den Status der entsprechenden Institutionen kennen. Die Minister haben ebenfalls vereinbart, dass der Fond, wenn es nach Ablauf der Frist vom 30. Juni 2020 einen Antrag erhält, in dem eine bisher nicht namentlich genannte, nicht teilnehmende Institution gemeldet wird, mit dieser Institution Kontakt aufnimmt und ihr sechs Monate Zeit zum Beitritt gegeben wird. 

Sollte diese Institution dem Programm nicht innerhalb der sechs Monate beitreten, wird die Institution in Übereinstimmung mit den Rechtsvorschriften öffentlich bekannt gegeben, und die Gerichte können andere angemessene Sanktionen erlassen. Dadurch erhalten Überlebende, die Opfer eines Missbrauchs in einer noch nicht namentlich genannten Einrichtung wurden, die Gewissheit, dass sie ihren Antrag zu einem späteren Zeitpunkt stellen können. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die Organisationen den Beitrittsprozess nicht in die Länge ziehen können, was den Betroffenen noch mehr Schaden hätte zufügen können.

Darüber hinaus wird es Institutionen, die bereits an dem Fond teilnehmen, erlaubt sein, nach dem Stichtag des 30. Juni 2020 weitere Institutionen zu ihren teilnehmenden Gruppen hinzuzufügen.

Diese Maßnahmen stellen sicher, dass möglichst viele Hinterbliebene von institutionellem sexuellem Kindesmissbrauch über den 30. Juni 2020 hinaus Zugang zu Entschädigungen haben, während gleichzeitig gewährleistet wird, dass jene Institutionen, die ihre Pflicht gegenüber den Betroffenen nicht erfüllt haben, indem sie sich dem Fond nicht beigetreten sind, zur Verantwortung gezogen werden.

Der Beitritt zum Fond zeugt von einer starken organisatorischen Führung und dem Engagement, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Der Ausschuss fordert alle relevanten Institutionen auf, sich so bald wie möglich auf dem Fond beizutreten.

Weitere Informationen sind hier zu finden.

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Zeugen Jehovas „weigerten sich, Einzelheiten des sexuellen Missbrauchs durch Kirchenältesten offenzulegen“

Quelle: birminghammail.co.uk, 12.04.2020- Übersetzung durch jw.help

Clifford Whiteley, 73, wurde wegen Straftaten inhaftiert, aber das Gericht teilte der Kirche mit, er habe sich geweigert, Einzelheiten darüber preiszugeben, was er ihnen erzählte.

Eine Gruppe der Zeugen Jehovas weigerte sich, der Polizei zu helfen, nachdem ein pädophiler Ältester ihnen gegenüber seine Taten gestanden hatte. 

Clifford Whiteley, 73, hatte den Kindesmissbrauch in einem Zweig der Gemeinde in West Midlands zugegeben, nachdem er den Missbrauch vor mehr als zehn Jahren verübt hatte. Dem Gericht wurde bekannt, dass sich die Gruppe angeblich weigerte, Einzelheiten dieses Geständnisses der Polizei gegenüber offenzulegen – auf Grund des Datenschutzes.

Nach seiner Verhaftung durch die Polizei leugnete Whiteley zunächst seine Taten, bevor er sagte: „Mein Leben ist jetzt vorbei. Jehovas Zeugen können nicht lügen. Gott wird mich richten.“ Whiteley aus Ball Fields, Great Bridge, Tipton, wurde zu neun Jahren Haft vom Birmingham Crown Gericht verurteilt.

Er hatte sich zuvor des sexuellen Übergriffs auf ein Kind sowie drei weiterer schwerer Sexualdelikte schuldig bekannt. Bei der Urteilsverkündung sagte ihm Richter Paul Farrer: „Sie haben Ihre Religion benutzt, um Ihr Opfer davon zu überzeugen, dass es sich an Ihrem Fehlverhalten mitschuldig gemacht hat und haben versucht es auf diese Weise zum Schweigen zu bringen, was Ihnen leider viele Jahre gelungen ist.“

Das Gericht erfuhr, dass das Opfer bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen war, während der Angeklagte ein Ältester in einer Gemeinde in West Midlands war. Die Staatsanwältin Kathryn Orchard sagte, das Opfer habe versucht, die Vergehen „auszublenden“. Doch nachdem sie enthüllt hatte, was mit ihr geschehen war, kam es zu einem Treffen mit weiteren Verantwortlichen der Religionsgemeinschaft, bei dem Whiteley die Anschuldigungen dementierte.

Frau Orchard berichtete, dass die Zeugen Jehovas ebenfalls eigene Untersuchungen eingeleitet hätten und der Angeklagte gestanden habe. Aber es wurde reklamiert, dass die Gruppe sich weigerte Details der Aussagen von Whiteley preiszugeben als die Polizei die Verantwortlichen danach fragte. Frau Orchard zufolge hatte der Angeklagte auch keine Fragen der Polizei beantwortet.

Aber es wurde behauptet, als die Polizei später nach den Details von Whiteley fragte, weigerte sich die Gruppe, sie preiszugeben.

Der Richter wies darauf hin, dass das Opfer schwere psychische Schäden erlitten habe und dass diese dauerhaft seien. Die Verteidigerin, Sharon Bailey, sagte, Whiteley habe eine Reihe von gesundheitlichen Problemen, die sich mit der Zeit verschärfen würden. Sie erklärte, er sei nicht dafür verantwortlich gewesen, dass die Zeugen Jehovas sich weigerten, sein Geständnis preiszugeben. Das war eine Entscheidung, die angeblich aus Datenschutzgründen getroffen wurde.

Älteste der Zeugen Jehovas weigern sich mit den Strafbehörden zusammenzuarbeiten. Das ist jedoch kein Einzelfall, sondern genau so vorgegeben in den Anweisungen an die Ältesten im Religionsrecht.

Weitere Information zum Thema „Kindesmissbrauch“ sind hier zu finden.

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Jehovas Zeugen & Corona: Indoktrination statt Fürsorge

Weltweit. Anstatt die Mitglieder zur Nächstenliebe und Befolgung biblischer Maßstäbe aufzufordern, wie z.B. „nach Witwen und Waisen in ihrer Drangsal zu sehen“ (Jakobus 1:27), steht die Mitgliederwerbung und Indoktrination an erster Stelle.

Überall rücken Menschen näher zusammen und sind besorgt umeinander. Selbst in den sonst anonym gewordenen Großstädten ist eine Welle der Solidarität zu spüren. Es wird kosten- und selbstlos Hilfe geboten. Beispiele finden sich an Haustüren, schwarzen Brettern, Litfaßsäulen, Ampel- und Laternenmasten, in sozialen Netzwerken, usw. Ein Anruf genügt und fremde Menschen gehen kostenlos und in Vorkasse für Hilfsbedürftige einkaufen.

Quelle: rbb24.de

Während sich in der Gesellschaft immer neue Formen der Solidarität und Hilfe finden lassen, sind Jehovas Zeugen besorgt, Mitglieder zu verlieren. Es wird verstärkt darauf fokussiert, Mitglieder online zu erreichen, so dass sie der Indoktrination weiterhin zugänglich bleiben. Diese erfolgt über Ansprachen und in Vorträgen auf deren Internetseite (jw.org) und die Apps.

Hier ein Ausschnitt aus den neusten Nachrichten der Jehovas Zeugen:

Quelle: https://www.jw.org/de/neu-auf-unserer-website/

In diesen Texten ist z.B. Folgendes zu lesen:

In Rom zum Beispiel lebt eine 94-jährige Schwester, die sich 1952 taufen ließ. Schon vor der Pandemie konnte sie das Haus nicht mehr verlassen und auch nicht an den Zusammenkünften ihrer Versammlung teilnehmen. Sie sah sich das Programm auf JW Stream an. Jetzt, wo die Ältesten ihrer Versammlung die Zusammenkünfte per Videokonferenz durchführen, kann sie wieder die Brüder und Schwestern ihrer eigenen Versammlung hören und sehen.

Es irritiert, dass in diesem Beispiel ganz grundlegende Bedürfnisse dieses Gemeindemitglieds gar nicht zur Sprache kommen: Die zunehmende Einsamkeit, wenn Besuche nicht mehr möglich sind, die Frage, ob möglicherweise die Angehörigen Unterstützung brauchen, vielleicht sollten sie selbst das Haus ja auch nicht mehr verlassen? Wie immer, wenn es bei der Wachtturm-Organisation um angebliche Hilfe oder vermeintlichen Trost geht, steht nicht der betroffene Mensch im Zentrum, sondern die Organisation.
Natürlich kann man sich gut vorstellen, dass diese alte Dame sich gefreut haben mag, Menschen aus ihrer Versammlung in der Videokonferenz zu sehen. Nur fragt man sich, wo wohl all diese Brüder und Schwestern bisher gewesen sind.

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